Politik

Gröhe: Gesundheit muss global gedacht werden

Mittwoch, 10. Februar 2016

Essen – Gesundheitsförderung ist nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eine internationale Aufgabe. „Die Ausbreitung von Ebola hat uns einmal mehr als ein wirklich harter Weckruf gezeigt, dass Gesundheit global gedacht werden muss“, sagte Gröhe am Mittwoch in Essen. Er sprach von einer humanitären Verpflichtung. Krankheiten machten vor Grenzen nicht halt, sagte der Minister beim Sozialpolitischen Aschermittwoch des Bistums Essen und der rheinischen Landeskirche. So hätten Resistenzen von Antibiotika nicht nur mit dem Handeln in Deutschland zu tun, sondern dem weltweiten Einsatz dieser Medikamente in Medizin und Tierhaltung.

Zikavirus: Meldepflicht auf den Weg gebracht
Mit Blick auf das Zikavirus sagte Gröhe, nach Meinung von Experten drohe Deutschland keine Gefahr durch eine von Mücken übertragene Infektion. Dennoch seien Reise­warnungen ernst zu nehmen, gerade von Schwangeren. International gelte es, bei der Entwicklung eines Impfstoffs voranzukommen und den betroffenen Ländern bei der Diagnose zu helfen. Für Deutschland habe er eine Meldepflicht für Zika-Infektionsfälle auf den Weg gebracht.

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Angesichts der steigenden Zahl mehrfach und chronisch Erkrankter sowie älterer Menschen ist es laut Gröhe die größte Herausforderung für das Gesundheitswesen, dass alle Berufsgruppen und Fachdisziplinen bestmöglich zusammenwirken. „Aus den einzelnen Spitzenleistungen muss eine bestmögliche Mannschaftsleistung werden.“ Die Kooperation von ambulanter und stationärer Versorgung, Physio- und Ergotherapeuten sowie Fachärzten wolle er mit einem Innovationsfonds fördern.

Kirchen sind sozialethische Mahner
Gröhe dankte den Kirchen für ihr Engagement als Träger von Krankenhäusern und Gesundheitsdiensten sowie für haupt- und ehrenamtliches Engagement in Hospizhilfe und Klinikseelsorge. „Die Kirchen sind nicht gleichsam sozialethische Mahner auf der Zuschauertribüne, sondern starke Träger wichtiger Gesundheitseinrichtungen.“

Der Essener katholische Bischof Franz-Josef Overbeck sagte am Rande, die Situation im Krankenhauswesen sei sehr herausfordernd, gerade für Kliniken in der Fläche. „Das Bistum Essen zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, sich gut finanziell und wirtschaftlich aufzustellen, weil wir historisch zu den grundständigen Versorgern für alle Bevölkerungs­schichten gehören.“ Mit Blick auf medizinische Entwicklungen seien neue Organisations­formen erforderlich. Solche Veränderungen gingen häufig mit Ängsten in der Bevöl­kerung einher. Die Kirche achte aber darauf, „dass alle eine gute Gesundheits­versorgung erhalten“. © kna/aerzteblatt.de

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