Politik

Pharmaverband warnt vor Arznei­mittel-Engpässen wegen neuer Rabattverträge

Freitag, 12. Februar 2016

Berlin/Stuttgart – Vor neuen Lieferengpässen bei Arzneimitteln, für die Rabattverträge gelten, hat der Verband Pro Generika gewarnt. Hintergrund ist, dass die AOK Baden-Württemberg für die gesamte AOK-Gemeinschaft eine neue Ausschreibungsrunde für Generika-Rabattverträge mit insgesamt 59 Fachlosen gestartet hat.

„Für 55 dieser Fachlose beabsichtigt die Krankenkasse, lediglich ein Unternehmen pro Wirkstoff unter Vertrag zu nehmen, nur bei vier Fachlosen werden mehrere Unternehmen zur Versorgung zugelassen“, kritisiert Pro Generika. Gerade die Mehrfachvergabe von Rabattverträgen biete aber die Möglichkeit, die Versorgung der Patienten auf mehrere Schultern zu verteilen und Lieferausfälle besser aufzufangen.

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Laut der AOK Baden-Württemberg sollen die neuen Verträge am 1. Oktober 2016 starten und bis zum 30. September 2018 laufen. Bis zum 7. April können die Hersteller ihre Angebote abgeben. „Bei der Auswahl unserer Vertragspartner geht es beileibe nicht nur um den Preis, sondern insbesondere um eine sichere Versorgung unserer Versicherten. Die Zuverlässigkeit eines Unternehmens ist deshalb ein entscheidendes Auswahlkriterium“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Christopher Hermann, Anfang Februar in Stuttgart.

Vier Fachlose für besonders häufig verordnete Medikamente schreibe die AOK-Gemeinschaft in der neuen Runde daher mehrfach aus. „Damit gehen wir in puncto Lieferfähigkeit absolut auf Nummer sicher“, betonte Hermann.

Das sieht Pro Generika anders: „Selbst für versorgungskritische Arzneimittel wie Antibiotika, Psychopharmaka und Präparate zur HIV-Behandlung soll in der aktuellen AOK-Ausschreibung die gesamte Verantwortung für die Versorgung ausschließlich einem einzelnen Unternehmen übertragen werden – mit den bekannten Risiken im Falle einer Lieferunfähigkeit dieses Unternehmens“, kritisierte der Pharmaverband.  

Im Augenblick haben die elf AOKs in Deutschland gemeinsame Verträge für 278 generische Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen abgeschlossen. Die AOK-Verträge decken rund zwei Drittel des Generikamarktes und ein Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Euro ab. © hil/aerzteblatt.de

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Alexiane
am Montag, 15. Februar 2016, 01:12

Wäre sehr schade

Man sollte derartigee Engpässe unbedingt verhindern. So was kann sich unsere Gesellschaft gegenüber den Kranken nicht leisten. Ich kann viele Pannen verstehen, aber keine, die andere Menschen gefährden.

Alexiane
http://gameran.de
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