Ausland

Luftangriff zerstört Krankenhaus in Syrien

Montag, 15. Februar 2016

Berlin/Idlib – Ein Luftangriff hat heute Morgen ein von Ärzte ohne Grenzen unterstütztes Krankenhaus in der Provinz Idlib im Norden Syriens zerstört. Das Krankenhaus wurde nach Angaben des Personals vor Ort bei zwei Angriffen innerhalb weniger Minuten viermal getroffen. Dabei sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Unter den Toten sind auch fünf Patienten. Acht Mitarbeiter der Klinik werden vermisst.

Der Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Rudolf Henke, bezeichnete die fortwährenden Angriffe auf Krankenhäuser in Syrien als „abscheuliche Verbrechen an der Zivil­bevölkerung“. „Dies scheint ein gezielter Angriff auf eine Gesundheitseinrichtung gewesen zu sein, und wir verurteilen dies aufs Schärfste, sagt der Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen, Massimiliano Rebaudengo.

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Das Krankenhaus mit 30 Betten und 54 Mitarbeitern verfügte über zwei Operationssäle, eine Ambulanz und eine Notaufnahme. „Die Zerstörung des Krankenhauses lässt eine lokale Bevölkerung von rund 40.000 Menschen ohne Zugang zu medizinischer Versor­gung zurück“, so Rebaudengo. Die getroffene Klinik in Idlib wird nicht von Ärzte ohne Grenzen betrieben. Die internationale Hilfsorganisation unterstützt das Krankenhaus aber seit September 2015 und stellte unter anderem medizinische Hilfsmittel bereit.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London teilte laut der ARD-Tagesschau mit, russische Flugzeuge hätten das Krankenhaus ins Visier genommen und zerstört. Die Beobachtungsstelle teilte weiter mit, auch in der Stadt Azaz an der Grenze zur Türkei sei ein Kinderkrankenhaus von einer Rakete getroffen worden. Dabei seien zehn Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden. Unter den Toten seien drei Kinder und eine Schwangere.  

Der jüngste Angriff reihen sich ein in eine Kette Bombardements, bei denen nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen zwei Wochen etliche Krankenhäuser und kleinere Gesundheitseinrichtungen in Nord-Syrien getroffen wurden. Darunter waren auch drei von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhäuser. „Wir appellieren an alle Beteiligten, Angriffe auf medizinische Einrichtungen zu stoppen und keine weiteren Massaker zuzulassen – weder in Syrien noch im Jemen oder anderen Kriegsgebieten“, sagte Henke. © hil/aerzteblatt.de

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