Medizin

Zikavirus: FDA schließt Risikopersonen von Blutspenden aus

Mittwoch, 17. Februar 2016

Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Leitlinien zur Vermeidung einer Übertragung von Zikaviren durch Vollblutspenden oder Blutprodukten veröffentlicht. Die Blutbanken dürfen keine Spenden aus Regionen akzeptieren, in denen das Virus aktiv ist. Personen mit einem Infektionsrisiko werden auch andernorts von einer Spende ausgeschlossen.

Die USA haben – anders als Europa – die Zika-Epidemie vor der Haustür und der Hauptvektor, die Gelbfieber-Mücke Aedes aegyptii, ist – ebenfalls im Unterschied zu Europa – in den Südstaaten des Landes vorhanden. Eine Ausbreitung der Zikaviren wird deshalb als immanentes Risiko empfunden. In den Außengebieten Puerto Ricos, den amerikanischen Jungferninseln und Amerikanisch-Samoa ist der Erreger sogar bereits endemisch. Da Zikaviren in einer virämischen Phase im Blut vorhanden sind, sah sich die FDA gezwungen, Regeln zur Sicherheit von Blutspenden aufzustellen.

Anzeige

In Gebieten ohne aktive Übertragung von Zikaviren sollen Personen mit einem Risiko auf eine Infektion vier Wochen von der Blutspende ausgeschlossen werden. Zu diesen Personen gehören Patienten, die in den letzten vier Wochen Symptome einer Infektion mit Zikaviren hatten, sowie solche, die sexuelle Kontakte mit Personen hatten, die sich in den letzten drei Monaten beruflich oder als Tourist in einer Region mit aktiver Übertra­gung von Zikaviren aufgehalten haben.

Gebiete mit aktiver Übertragung von Zikaviren sollen Vollblut und Blutbestandteile für Transfusionen künftig aus Regionen ohne aktive Übertragung importieren. Den Blut­spende­einrichtungen wird allerdings weiterhin das Sammeln von Blutspenden für Thrombozytenkonzentrate und Plasmapräparate erlaubt, vorausgesetzt, sie verwenden ein Verfahren zur Inaktivierung von Viren oder anderen Krankheitserregern. Das einzige zugelassene Verfahren ist hier das Intercept Blood System der Firma Cerus Corporation.

Die deutschen Behörden haben zunächst keinen Handlungsbedarf gesehen, da Blutspenden aus tropischen Regionen ohnehin nicht akzeptiert werden. Das Paul Ehrlich-Institut hat die Hersteller von Blutprodukten jedoch in den letzten Tagen explizit aufgefordert, bei der Herstellung von Vollblut, zellulären Blutkomponenten und gefrorenem Frischplasma, die keinem Verfahren zur Virusinaktivierung unterworfen wurden, kein Ausgangsmaterial aus Spenden zu verwenden, deren Spender sich in den letzten vier Wochen vor der Blut- oder Plasmaspende in einem Risiko-Endemiegebiet für Zikaviren aufgehalten haben. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

16.01.17
Zika-Übertragung durch Mücken in Deutschland sehr unwahrscheinlich
Hamburg – Die in Deutschland heimische Hausmücke Culex pipiens und ihre Verwandten sind nicht in der Lage, das Zikavirus zu übertragen. Auch bei der asiatischen Tigermücke Aedes albopictus, die in den......
09.01.17
Berlin/Kiel – Neue Daten zur Rotavirus-Impfung bei Kleinkindern hat das Robert-Koch-Institut (RKI) im Epidemiologischen Bulletin 1/2017 veröffentlicht. Sie basieren auf Abrechnungsdaten der......
09.01.17
Paris – In einem französischen Seniorenheim sind innerhalb von zwei Wochen 13 Bewohner an Grippe gestorben. Sechs weitere Bewohner des Altenheims in Lyon im Südosten des Landes liegen mit Grippe im......
05.01.17
Berlin – Das Norovirus breitet sich in diesem Winter besonders stark aus. Allein in der Woche vor Weihnachten wurden in Deutschland 5.289 Erkrankungen gemeldet, wie aus einer neuen Statistik des......
02.01.17
Berlin – Nach 14 Jahren überträgt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ihr Programm gegen die Tropenkrankheit Chagas in Bolivien an die zuständigen Gesundheitsbehörden. In den vergangenen Jahren......
30.12.16
Magdeburg/Berlin – Eine starke Norovirus-Welle hat Sachsen-Anhalt erfasst. Allein in den beiden Wochen von Ende November bis Mitte Dezember gab es 949 Fälle, wie das Berliner Robert-Koch-Institut......
29.12.16
Erfurt – In den vergangenen Wochen haben sich deutlich mehr Menschen in Thüringen mit Noroviren infiziert. Seit Anfang November seien fast 2.800 Menschen daran erkrankt – weit mehr als doppelt so......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige