Ausland

Ärzte ohne Grenzen: 101 Angriffe auf Behandlungszentren in Syrien

Freitag, 19. Februar 2016

Genf – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat in Syrien seit dem vergangenen Jahr 101 Angriffe auf von ihr unterstützte Krankenhäuser gezählt. „Attacken auf Zivilisten und Krankenhäuser müssen aufhören. Die Normalisierung solcher Angriffe ist unerträglich”, sagte MSF-Chefin Joanne Liu am Donnerstag in Genf. „Wir sagen klar und deutlich: Der Arzt deines Feindes ist nicht dein Feind.”

23 Mitabeiter in diesem Jahr gestorben
Am Montag war ein von MSF unterstütztes Krankenhaus in der Provinz Idlib bei einem Luftangriff zerstört worden. Dies sei der 101. solche Angriff seit Anfang 2015, teilte die Organisation nun mit. In einem Bericht schreibt die Organisation, von Januar bis Dezember vergangenen Jahres seien Krankenhäuser und provisorische Behandlungs­zentren 94 Mal bombardiert oder beschossen worden, 23 Mitarbeiter starben. In zwölf Fällen seien die Behandlungsräume komplett zerstört worden.

Anzeige

Die Hilfsorganisation hatte für den Bericht Angaben von 70 unterstützten Kranken­häusern in Syrien ausgewertet. „Die MSF-Einrichtungen sind besonders gefährdet, seit die syrische Regierung 2012 alle Behandlungszentren für illegal erklärt hat, die Gewaltopfer in den Regionen versorgen, die von der Opposition kontrolliert werden”, heißt es darin. Deshalb müssten die meisten von MSF unterstützten Einrichtungen versteckt arbeiten.

Auch im Südsudan Krankenhaus beschossen
Bei einem Angriff auf ein Schutzzentrum der Vereinten Nationen für Zivilisten im Südsudan sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen mindestens 18 Menschen getötet worden. Mindestens 25 Menschen hätten mit Schusswunden behandelt werden müssen, erklärte die Hilfsorganisation am Donnerstag. Laut Bewohnern griffen Bewaffnete das Camp im nordöstlichen Malakal, in dem etwa 47.500 Menschen leben, in der Nacht an.

MSF zufolge waren unter den Toten auch zwei ihrer einheimischen Mitarbeiter, die in ihren Häusern angegriffen wurden. „Dieser Angriff auf Zivilisten ist empörend, und wir fordern die bewaffneten Gruppen auf, diese Taten zu stoppen", erklärte der örtliche MSF-Koordinator Marcus Bachmann. Die Menschen seien in das Lager auf der Suche nach Schutz gekommen, und es sollte von allen Parteien als Zufluchtsort respektiert werden. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.138 News Ausland

Nachrichten zum Thema

19.07.16
Charlize Theron: Rassismus behindert Kampf gegen Aids
Durban – Rassismus, Sexismus und Ungleichheit sind der Schauspielerin Charlize Theron zufolge Hauptgründe für den Fortbestand der weltweiten Aids-Epidemie. „Manche Leben sind mehr wert als andere,......
18.07.16
Eindringliche Warnungen zum Auftakt der Aids-Konferenz
Durban – Mit eindringlichen Warnungen vor einem Nachlassen im Kampf gegen das HI-Virus hat heute in Durban die internationale Aids-Konferenz begonnen. Mehr als 18.000 Wissenschaftler, Aktivisten,......
18.07.16
Kabul – Drei von radikalislamischen Taliban in Afghanistan entführte Ärzte der Rotkreuz-Organisation Roter Halbmond sind wieder frei. Das meldete der afghanische Sender Tolo TV unter Berufung auf......
15.07.16
Berlin – Der Zugang zu HIV-Tests und Medikamenten gegen Aids muss aus Sicht von Brot für die Welt für Männer deutlich verbessert werden. Bislang ließen sich vorrangig Frauen auf HIV testen und nur 36......
15.07.16
Hohe Impfstoffpreise erschweren Impfung von geflüchteten Kindern in Griechenland
Athen/Berlin – Pharmaunternehmen müssen die Preise für Pneumokokken-Impfstoffe gegenüber Regierungen und Nichtregierungsorganisationen deutlich senken. Das hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen......
15.07.16
Kabul – Die radikalislamischen Taliban haben in der afghanischen Nordprovinz Sar-i Pul drei Ärzte der Rotkreuz-Organisation Roter Halbmond entführt. Die drei Afghanen seien gestern aufgegriffen......
15.07.16
Brüssel/Niamey – Die Europäische Union wird sieben Staaten der afrikanischen Sahelzone dieses Jahr 145 Millionen Euro Hilfsgelder zur Verfügung stellen. Damit sollten der Hunger bekämpft und die......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige