Ausland

Protest gegen Strafverfolgung 30 HIV-Positiver in Tschechien

Freitag, 19. Februar 2016

Berlin – Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) hat das Vorgehen tschechischer Gesundheits­behörden stark kritisiert, die 30 HIV-positive Männer strafrechtlich verfolgen wollen. Grund ist angeblich ungeschützter Geschlechtsverkehr, durch den sie die Weitergabe von HIV riskiert hätten. Die Deutsche AIDS-Hilfe unterstützt diesen Protest. erklärt: „Wie die tschechischen Behörden hier HIV-positive Menschen drangsalieren, ist erschütternd und darf auf keinen Fall Schule machen“, sagte DAH-Vorstandsmitglied Ulf Hentschke-Kristal.

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Ihr Vorgehen verletze Menschenrechte, stigmatisiere Menschen mit HIV und basiere in vielfacher Hinsicht auf einer fachlichen Fehleinschätzung. „Für die HIV-Prävention sind die Anzeigen in hohem Maße schädlich“, so Ulf Hentschke-Kristal. Denn strafrechtliche Sanktionen verhinderten keine HIV-Übertragungen, sondern trügen sogar zur Verbreitung von HIV bei. Menschen mit HIV die Hauptverantwortung zuzuweisen, unterhöhle die Botschaft, dass jeder Mensch selbst für seinen Schutz Verantwortung übernehmen muss.

Die strafrechtliche Bedrohung HIV-positiver Menschen könne zudem Menschen vom HIV-Test abschrecken und damit auch eine frühzeitige HIV-Therapie verhindern. „Dies fügt der Gesundheit der Betroffenen schweren Schaden zu und führt dazu, dass sie HIV weiter übertragen können“, verwies der Experte.

Das Vorgehen der tschechischen Behörden und die tschechische Gesetzgebung widersprechen der DAH zufolge WHO-Empfehlungen sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen. „Tschechien sollte diesen schweren gesundheitspolitischen Fehltritt so schnell wie möglich korrigieren und sich stattdessen an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten“, so Hentschke-Kristal. hil © hil/aerzteblatt.de

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Dr.Bayerl
am Sonntag, 21. Februar 2016, 17:24

Deutschland ist ja hier eher ein Sonderfall

denn nach seuchenhygienischen Maßstäben ist selbstverständlich die Ansteckung einer potentiell tödlichen Erkrankung zu unterlassen.
Hier besteht ja noch nicht einmal die Meldepflicht, während Yersinia im Stuhl bei Enteritis meldepflichtig ist und ein Besuch des Gesundheitsamtes in der Privatwohnung folgt.
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