Ärzteschaft

Patientenzahlen in Orthopädie und Unfallchirurgie sollen ab 2040 sinken

Montag, 22. Februar 2016

Berlin – Aufgrund des demografischen Wandels werden die Patientenzahlen in der Orthopädie und Unfallchirurgie in den kommenden Jahren ansteigen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rechnet bei den Volkskrank­heiten Arthrose und Osteoporose mit einem Anstieg um 18 beziehungsweise 25 Prozent. „Die Orthopädie und Unfallchirurgie wird eines der wenigen Fächer sein, das durch die alternde Bevölkerung erheblich mehr Versorgungslast zu tragen hat“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft Reinhard Hoffmann.

Für die langfristige Entwicklung verweist die DGOU auf eine Studie, die jetzt in der Zeitschrift Der Orthopäde erschienen ist (doi:10.1007/s00132-015-3176-y). Danach soll die Patientenzahl ab 2040 wieder sinken.

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Die Autoren der Studie haben anhand von Daten des Forschungsdatenzentrums des Bundes und der Länder und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK die Inanspruch­nahme von Leistungen bei vier ausgewählte häufige orthopädisch-unfallchirurgische Erkrankungsgruppen analysiert: bei Arthrose, Rückenschmerz, Osteoporose und Trauma.

Mittels der Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes haben sie den Versorgungsbedarf bis 2050 prognostiziert und durch die Ärztestatistik der Bundesärztekammer die Anzahl notwendiger ärztlicher Leistungserbringer ermittelt. Danach werden die Arzt-Patienten-Kontakten bei Arthrose, Osteoporose und Trauma ansteigen. Von 2040 bis 2050 sinke dagegen die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen bei allen analysierten Erkrankungen.

Die DGOU berät nach eigenen Angaben im Augenblick, ob mehr Ärzte in dem Fach ausgebildet werden müssten oder ob es andere Möglichkeiten gebe, der vorübergehenden Zunahme von Patienten gerecht zu werden.

Zwei Szenarien möchte die Fachgesellschaft dabei verhindern: Lange Wartezeiten auf Behandlungs- und OP-Termine beziehungsweise später einen Ärzteüberschuss, wenn die geburtenschwachen Jahrgänge wirksam werden. „Konzepte, die bessere Absprachen zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten ermöglichen, sind besonders geeignet, die Herausforderungen der demografischen Veränderungen zu meistern“, hieß es aus der DGOU.  © hil/aerzteblatt.de

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