Ärzteschaft

Neuer Bedarfsplan in Schleswig-Holstein soll Schmerztherapie sichern

Mittwoch, 24. Februar 2016

Bad Segeberg – Die hochwertige Versorgung von Schmerzpatienten langfristig sicherstellen wollen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein und die gesetzlichen Krankenkassen im Land. Sie haben deshalb den Bedarfsplan, der die ambulante medizinische Versorgung regelt, geändert und die Schmerztherapie dort als wichtiges Versorgungsziel verankert.

In Schleswig-Holstein gibt es laut der KV derzeit 37 Ärzte, die an der sogenannten Schmerztherapie-Vereinbarung teilnehmen. Unter den 37 Ärzten sind elf niederge­lassene Anästhesisten, fünf Nervenärzte, vier Hausärzte, zwei Neurochirurgen sowie 15 ermächtigte Krankenhausärzte. Sie sind darauf spezialisiert, Patienten mit chronischen Schmerzen zu behandeln.

Anzeige

Der neue Bedarfsplan soll diese für die spezielle Schmerztherapie vorhandenen Arztsitze erhalten. Er bestimmt, dass ein frei werdender Sitz eines Schmerztherapeuten wieder mit einem Arzt besetzt werden soll, der an der Schmerztherapie-Vereinbarung teilnimmt.

In der Vergangenheit konnte es dagegen vorkommen, dass beispielsweise ein frei werdender Anästhesie-Sitz eines Schmerztherapeuten von einem Anästhesisten übernommen wurde, der den bisherigen Versorgungsauftrag der speziellen Schmerztherapie nicht anbietet. In einem solchen Fall war dieser Arztsitz für die Schmerztherapie verloren.  

„Damit haben wir gute Voraussetzungen geschaffen, um die Versorgung von Schmerzpatienten auch künftig in Schleswig-Holstein sicherzustellen“, sagte die KV-Vorstandsvorsitzende Monika Schliffke.

KVSH und Krankenkassen haben zudem vereinbart, das schmerztherapeutische Leistungsangebot in Schleswig-Holstein jährlich zu überprüfen. Sollte sich herausstellen, dass für eine angemessene Versorgung der Schmerzpatienten weitere Ärzte nötig sind, sollen dafür zusätzliche Versorgungsaufträge unabhängig vom Fachgebiet ausgeschrieben werden.

Auf die neue Planungssicherheit für Ärzte weisen die Krankenkassen hin: „Es soll ein Anreiz geschaffen werden, dass künftig mehr Ärzte eine Weiterbildung in spezieller Schmerztherapie absolvieren, um an der Schmerztherapie-Vereinbarung teilnehmen zu können“, sagte Armin Tank, Vorsitzender des Ersatzkassenverbandes in Schleswig-Holstein. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

20.05.16
Essen – Patienten, die an neuropathischen Schmerzen leiden, helfen subkutane Injektionen des Nervengifts Botulinumtoxin A, auch bekannt als Botox. Das zeigt eine Studie, die in Lancet Neurology......
05.04.16
Chronische Schmerzen: „Zu oft werden Patienten mit Spritzen behandelt“
Saarbrücken – Viele Menschen, die in Deutschland unter chronischen Schmerzen leiden, fühlen sich im Alltag von diesen Schmerzen nicht immer beeinträchtigt. „Chronische Schmerzen zu haben, bedeutet......
18.03.16
Netzwerk-Analyse: Paracetamol bei Arthroseschmerzen kaum wirksam
Bern – Paracetamol, ein wegen der fehlenden kardiovaskulären und gastrointestinalen Risiken häufig bevorzugtes Schmerzmittel, zeigt bei Patienten mit Knie- und Hüftarthrose praktisch keine Wirkung. Zu......
17.03.16
Atlanta – Eine Epidemie von Drogentoten, die an einer Überdosis von ärztlich rezeptierten Opioiden gestorben sind, hat die US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zu einer Leitlinie......
04.03.16
Oberursel – Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat die Opioid-Abhängigkeit bei Schmerzpatienten als „ein überschätztes Problem“ bezeichnet. Obwohl sich Opioide weltweit durch......
23.02.16
Krankenkasse: Bekämpfung chronischer Schmerzen sollte nationales Gesundheitsziel werden
Köln – Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen muss trotz wichtiger Fortschritte deutlich verbessert werden. Das hat die Barmer GEK heute anlässlich der Vorstellung......
18.02.16
La Jolla – US-Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der bei Mäusen zur Bildung von neutralisierenden Antikörpern gegen das starke Opiat Fentanyl führt, das zunehmend als „Designerdroge“......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige