Ärzteschaft

Internisten: Digitale Medizin im Fokus

Donnerstag, 25. Februar 2016

Berlin – Ein großes Potenzial in der digitalen Medizin sieht die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). „Entscheidend ist jedoch, dass wir es sinnvoll nutzen“, sagte Gerd Hasenfuß, Vorsitzender der DGIM, heute in Berlin. Die Telemedizin und andere internetbasierte Techniken böten gerade in der Inneren Medizin und bei der Versorgung von chronisch kranken Menschen viele Möglichkeiten, allerdings dürfe man sich auch nicht auf ferndiagnostische Hilfsmittel nicht verlassen. Gesundheits-Apps und Portale könnten zwar künftig das Gesundheitssystem entlasten und Kontroll-Untersuchungen beim Arzt ersparen, „Tipps aus dem Netz können den Arzt aber nicht ersetzen“, betonte Hasenfuß.

Die DGIM bereite sich derzeit darauf vor, eine Schrittmacherfunktion auf dem Gebiet der digitalen Medizin zu übernehmen, um die Möglichkeiten und Risiken abzuwägen und die Patienten entsprechend zu beraten, erklärte Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM.

Anzeige

Dabei wolle sie die Anwendungen und Angebote herausfiltern, die technisch ausgereift und qualitätsgesichert seien und in die medizinische Expertise geflossen sei. Ziel sei es ferner, die Internisten auf diesem Gebiet fortzubilden, zu sensibilisieren und zu ermu­tigen, ergänzte Hasenfuß, unter dessen Vorsitz der diesjährige Jahreskongress der DGIM im April in Mannheim stattfindet, der sich insbesondere auch mit diesem Thema beschäftigt. Beispielsweise wolle die Fachgesellschaft dort auch selbst eine Fitness-App für Ärzte auf den Markt bringen.

Nach Angaben der Fachgesellschaft suchten im vergangenen Jahr fast 15 Millionen Deutsche im Internet nach Informationen über Krankheiten und Rat für die eigene Gesundheit. Mehr als die Hälfte der Smartphone-Besitzer hätten zudem schon einmal eine Gesundheits-App heruntergeladen. Weltweit nutzten ferner mehr als 200.000 Diabetiker die Online-Plattform mySugr, die eine Optimierung der Diabetestherapie mittels Apps und Online-Services anbietet.

„Viele Konzerne haben den Gesundheitsmarkt bereits für sich entdeckt. Wir werden quasi überrollt“, sagte Hasenfuß. „Es dringend erforderlich, dass wir uns mit dem Thema auseinandersetzen.“ © ER/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

22.09.16
Digitales Know-how wird Kernkompetenz für medizinische Führungskräfte
Stuttgart – Know-how im Bereich Digitalisierung wird zu einer Kernkompetenz für Führungskräfte im Krankenhaus. Das berichtet die Personalberatung Rochus Mummert Healthcare Consulting nach einer......
22.09.16
Dr. Google wird häufig konsultiert
Bonn – Etwa jeder zweite Deutsche hat schon einmal im Internet nach Informationen zu Krankheiten gesucht. Das gilt sowohl bei leichten Beschwerden als auch bei schweren Krankheiten. Das ist das......
21.09.16
München – Neue Zusatzanwendungen, die die Elektronische Gesundheitskarte (eGK) von ihren Vorläufermodellen unterscheiden sollen, verzögern sich weiter. Nach Angaben der AOK Bayern werden Tests, mit......
19.09.16
Krankenkassen dürfen Anschaffung von Fitness-Trackern unterstützen
Bonn – Der um sich greifende Trend zur Vermessung und ständigen Überwachung des eigenen Körpers hat mittlerweile auch die Krankenkassen und die Aufsichtsbehörden erreicht. Das berichtet das......
16.09.16
Weichen für Telekonsile in der Röntgenbefundung gestellt
Berlin – Laut E-Health-Gesetz sollen ärztliche Telekonsile bei der Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen ab April 2017 vergütet werden. Dafür sind nun die ersten Weichen gestellt:......
15.09.16
Bad Nauheim – Mit knapper Mehrheit hat die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) die Ausgabe des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) in Hessen beschlossen. Bei 17......
15.09.16
München – Die seit dem Jahr 2001 existierende D2D-Technologie wird im Oktober endgültig von dem Kommunikationskanal KV-Connect abgelöst. KV Telematik und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige