Politik

Fachgesellschaften fordern mehr Beteiligung am Transplantations­register

Donnerstag, 25. Februar 2016

Düsseldorf/Berlin – Nachbesserungen am Gesetzentwurf für ein sogenanntes Transplantationsregister fordert die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Es sei wichtig, den Sachverstand der wissenschaftlichen Fachgesellschaften stärker als bisher in das Vorhaben einfließen zu lassen, so die AWMF.

Im Blick hat sie dabei den Beirat, der die künftige Transplantationsregisterstelle berät: „Die Expertise dieses Gremiums würde von der Beteiligung weiterer Fachgesellschaften unzweifelhaft profitieren und mit ihm das gesamte Projekt“, sagte AWMF-Schatzmeister Hans-Konrad Selbmann aus Tübingen. Neben der im Gesetzentwurf explizit aufgeführten Deutschen Transplantationsgesellschaft sollten auch weitere Fachgesellschaften einbezogen werden, die mit der Transplantationsindikation, -durchführung und Nachbetreuung befasst sind, beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Grundsätzlich begrüßt die AWMF das geplante Register aber ausdrücklich.

Anzeige

Die Bundesärztekammer (BÄK) hatte Ende Januar den Referentenentwurf des Gesetzes uneingeschränkt begrüßt. Das Register führe zu einer verbesserten Dokumentation und Datenauswertung. Das sei Basis für eine höhere Qualität und mehr Transparenz in der Transplantationsmedizin, hieß es aus der BÄK.

Laut dem Gesetzentwurf soll künftig eine selbstständige Registerstelle die transplantations­­medizinischen Daten erheben, speichern und überprüfen. Eine von dieser Registerstelle unabhängige selbstständige Vertrauensstelle soll die Daten zuvor pseudonymisieren. Beide Stellen sollen räumlich, technisch, organisatorisch und personell getrennt sein und der Kontrolle durch den Bundesdatenschutz-Beauftragten unterliegen. Beiräte sollen die Register- und die Vertrauensstelle unterstützen – eben jene, für welche die AWMF jetzt eine gesetzlich verankerte Beteiligung medizinischer Fachgesellschaften fordert. 

Die Zahl der Menschen, die auf ein Organ warten, ist ungebrochen hoch: 2014 benötigten fast 8.000 Menschen in Deutschland eine Spenderniere, über 1.300 warteten auf eine Spenderleber und über 800 auf ein Spenderherz.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

22.08.16
Frankfurt/M. – Gebärmutter-Transplantationen könnten unfruchtbaren Frauen nach Ansicht des Erlanger Mediziners Matthias Beckmann helfen. Frauen, die keine Kinder bekommen könnten, fühlten sich oft......
18.08.16
Berlin – Am Lebertransplantationsprogramm der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gab es in den vergangenen Jahren nichts zu beanstanden. Das haben die Prüfungs- und Überwachungskommissionen von......
12.08.16
Organtran­splantation: Verfassungsgericht lehnt Beschwerde auf effektiven Rechtsschutz ab
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat eine Verfassungsbeschwerde über rechtliche Probleme im Rahmen von Organtransplantationen nicht zur Entscheidung angenommen. In der Klage ging es......
05.08.16
Frankfurt – Das Universitätsklinikum Frankfurt wird künftig auf Herztransplantationen verzichten. Stark rückläufige Zahlen bei Spenderorganen sind laut der Klinik ein wichtiger Grund dafür, dass sie......
02.08.16
Leipzig – Eines neues Verfahren, um die Funktion der Leber zu erfassen, setzt das Universitätsklinikum Leipzig ein – den sogenannten LiMAx-Test. Das in Berlin unter anderem an der Charité......
18.07.16
Erste Gebärmutter-­Transplantation in Deutschland geplant
Erlangen – Ein Kind mit der Gebärmutter der eigenen Mutter oder Schwester bekommen: Ärzte in Erlangen wollen das Organ transplantieren, um Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen. Doch das......
08.07.16
Grünes Licht für Transplantations­register
Berlin – Alle Informationen über Organtransplantationen in Deutschland werden künftig zentral gesammelt. Der Bundestag gab gestern Abend grünes Licht für die Einrichtung eines bundesweiten......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige