Ärzteschaft

Medikationskonsil zum Abbau unerwünschter Arzneimitteleffekte gestartet

Freitag, 26. Februar 2016

Greifswald – Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV), AOK Nordost, Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern sowie das Ärztenetz „Grypsnet“ haben in Greifswald ein gemeinsames Medikationskonsil gestartet. Es soll die Kommunikation zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten verbessern und so zum Abbau unerwünschter Arzneimitteleffekte beitragen.

Dazu muss verordnet der behandelnde Arzt auf einem normalen Rezeptformular ein Medikationskonsil, welches der Patient anschließend beim Vertragsapotheker einlöst. Dieser wiederum erstellt dann im persönlichen Gespräch mit dem Patienten einen individuellen Medikationsplan inklusive pharmazeutischer Hinweise und Empfehlungen. Auf Basis des umfangreichen Medikationsplans kann der behandelnde Arzt erforderliche Therapieanpassungen in die Wege leiten.

Anzeige

 „Wichtig für die behandelnden Ärzte ist, dass sie auch über selbst gekaufte Arzneimittel des Patienten informiert sind. Liegen alle pharmazeutischen Fakten auf dem Tisch, können die behandelnden Ärzte eine bestmögliche Koordinierung der Medikation finden und ungewollte Arzneimittelnebenwirkungen weitestgehend vermeiden“, resümiert KVMV-Vizevorstand Fridjof Matuszewski.

Er hofft, dass das Medikationskonsil mittelfristig zu einer Verbesserung der Therapie­treue und somit zu einer höheren Lebensqualität beiträgt. Auch hinsichtlich der steigenden Arzneimittelausgaben ist das Projekt nach Auffassung der Vertragspartner ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Das Medikationskonsil ist zunächst regional auf die Ärzte des Grypsnet in und um Greifswald begrenzt. Es wird von einem gemeinsamen Lenkungsausschuss begleitet, der auch die wissenschaftliche Auswertung sicherstellt. Hierbei soll analysiert werden, ob die Ansätze des Medikationskonsils geeignet sind, die Therapiesicherheit, die Zufriedenheit aller Beteiligten und die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung zu erhöhen. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Vertragspartner Ende 2016. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

01.12.16
Bonn – Für mehr Arzneimittelsicherheit gibt es künftig ein neues Logo: die „Blaue Hand“. Sie kennzeichne behördlich genehmigtes Schulungsmaterial, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und......
23.11.16
Welche Medikamente am häufigsten Notfälle auslösen
Atlanta - Vier von tausend Besuchen in Notfallambulanzen werden in den USA durch Medikamente verursacht, fast 60 Prozent davon entfielen zuletzt auf Antikoagulanzien, Antidiabetika und......
15.11.16
Studie bestätigt kardiovaskuläre Sicherheit des COX-2-Hemmers Celecoxib
Cleveland – Der COX-2-Hemmer Celecoxib, dessen kardiovaskuläre Sicherheit nach der Rücknahme von Rofecoxib im Jahr 2004 angezweifelt wurde, hat eine von der US-Arzneibehörde FDA angeordnete......
07.11.16
BIA 10-2474: Pathogenese von Todesfall in klinischer Studie weiter unklar
Rennes – Noch immer ist unklar, warum ein in vorklinischen Studien unauffälliger Wirkstoff, der in einen vermeintlich harmlosen Regelkreis des Gehirns eingreift, in einer Phase 1-Studie schwere......
07.11.16
Auch Patienten sollen unerwünschte Arzneimittel­wirkungen melden
Bonn/Berlin – Auch Patienten sollen Verdachtsfälle von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) beziehungsweise Impfkomplikationen melden. Dazu haben das Bundesinstitut für Arzneimittel und......
04.11.16
Nashville – Die kombinierte Therapie mit den beiden Checkpoint-Inhibitoren Ipilimumab and Nivolumab überschreitet häufig die Grenzen der Verträglichkeit. US-Mediziner berichten im New England Journal......
27.10.16
Berlin – Der im letzten Jahr zugelassene „BiTE“-Antikörper Blinatumomab kann in Einzelfällen eine lebensbedrohliche oder tödliche Pankreatitis auslösen. Darauf macht der Hersteller in einem......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige