Politik

Krebskongress 2016: Der Patient ist Teil des Behandlungsteams

Montag, 29. Februar 2016

Berlin – Ein Umdenken in der Krebsmedizin haben Onkologen auf dem 32. Deutschen Krebskongress gefordert, der am vergangenen Wochenende in Berlin zu Ende gegangen ist. Der mit über elftausend Teilnehmern größte deutschsprachige Kongress zur Krebsdiagnostik und -therapie stand unter dem Motto „Krebsmedizin heute: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ“.

Als roter Faden durch das wissenschaftliche Programm zog sich das Konzept der sogenannten P4-Medizin des US-Biomediziners Leroy Hood. Er beschreibt eine moderne Medizin, deren Kerngedanke es ist, wirksam Krankheiten vorzubeugen, mittels fortschrittlicher Methoden präzise Diagnosen zu stellen und innovative, individuell auf den Patienten abgestimmte Therapien zu entwickeln.

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Der Patient selbst soll Teil des Behandlungsteams sein und aktiv an seiner Genesung mitwirken, beispielsweise bei wichtigen Therapieentscheidungen. „Dafür stehen die vier P: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ“, sagte die Kongresspräsidentin Angelika Eggert zu Beginn des Treffens.

Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe betonte, Ärzte dürften den zwischen­menschlichen Aspekt der Krebsmedizin nicht vernachlässigen. „Der Krebspatient von heute möchte als aktiver, gleichberechtigter Partner angesprochen werden“, sagte er. Die traditionell geprägte Arzt-Patient-Beziehung sei ein Auslaufmodell. Deshalb gelte es, die kommunikativen Kompetenzen von Ärzten und anderen Heilberuflern zu verbessern sowie die Gesundheitskompetenz der Allgemeinbevölkerung und insbesondere der Krebspatienten zu stärken, so Pleitgen.

Lebensstiländerung hilft
Mehr Anstrengung bei der Prävention von Krebserkrankungen forderte Olaf Ortmann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Krebsgesellschaft. „Wir haben mittlerweile Belege dafür, dass eine nachhaltige Änderung des Lebensstils tatsächlich etwas bringt. Wer zum Beispiel mit dem Rauchen aufhört oder bei einem Body-Mass-Index von mehr als 30 sein Gewicht reduziert, der kann auch tatsächlich sein Krebsrisiko senken“, erläuterte er. Jetzt gehe es darum, diese Erkenntnisse umzusetzen. „Leider wissen wir zu wenig darüber, wie wir große Bevölkerungsgruppen nachhaltig zur Vermeidung von Risiken motivieren und dabei unterstützen können. Hier ist deutlich mehr wissenschaftliche Forschung notwendig“, so Ortmann.

Der Deutsche Krebskongress 2016 wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe gemeinsam ausgerichtet. Er war werbefrei und wurde laut den Angaben der beiden Ausrichter weder von der pharmazeutischen Industrie noch von Medizinprodukte- und -geräteherstellern oder artverwandten Branchen unterstützt. © hil/aerzteblatt.de

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