Politik

Krankenhäuser wehren sich gegen Falschbehauptungen in den Medien

Mittwoch, 2. März 2016

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat die ZDF-Dokumentation „Wie gut sind unsere Krankenhäuser?“ vom Anfang der Woche scharf kritisiert. „Es werden falsche Behauptungen und Fehleinschätzungen wiederholt, die längst durch Fakten widerlegt sind“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

Zum Beispiel sei es grob falsch, dass es durch Fehler in Krankenhäusern jedes Jahr zu geschätzten 19.000 Todesopfern komme. Datenbanken von Haftpflichtversicherern wiesen auf „1.200 Schadensansprüche mit Todesfallhintergrund“ hin. Von allen bearbeiteten Anträgen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern entfielen bei den Schlichtungsstellen der Ärztekammern sogar nur 82 auf Todesfälle.

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Das ZDF spreche außerdem von 1,8 Millionen sogenannten unerwünschten Ereignissen pro Jahr in deutschen Kliniken. „Tatsache ist vielmehr, dass vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung selbst insgesamt nur 8.600 Fälle vermuteter Behandlungs­fehler für den Krankenhausbereich genannt werden“, so Baum.

Auch die Angaben zur Situation in der Pflege sind laut der DKG falsch. Behauptet wurde im ZDF, dass die Krankenhäuser in den letzten 20 Jahren 50.000 Pflegestellen abgebaut hätten. Korrekt sei, dass in deutschen Krankenhäusern im Jahr 1994 342.300 Vollkräfte im Pflegedienst eingesetzt waren und 318.700 im Jahr 2014. Die Differenz betrage 23.600 und keine 50.000.

„Richtig ist zudem, dass die Krankenhäuser seit mehreren Jahren immer mehr Pflege­kräfte beschäftigen – seit 2007 plus 18.300“, so der DKG-Hauptgeschäftsführer. Baum kritisierte, die Sendung verunsichere Patienten mit falschen Daten. „Tatsache ist vielmehr, dass wir nie höhere Sicherheitsstandards in den Kliniken hatten als heute und dass sich die Patientensicherheit im internationalen Vergleich sehr gut sehen lassen kann“, betonte der DKG-Chef. © hil/aerzteblatt.de

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