Politik

Finanzielle Situation der niedersächsischen Krankenhäuser bleibt kritisch

Montag, 7. März 2016

Hannover – Auch das neue Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) kann die finanziellen Probleme der Krankenhäuser in Niedersachsen nicht nachhaltig lösen, auch wenn die Politik im Gesetz einige Kernforderungen der Krankenhäuser aufgegriffen hat. Dieses Fazit zog der Vorsitzende der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, Gerhard Tepe, im Rahmen einer Mitgliederversammlung in Hannover. „Insbesondere gefährden ein fehlendes Konzept für die Investitionsfinanzierung durch die Bundesländer sowie die steigende Bürokratie zunehmend die Leistungsfähigkeit unserer Krankenhäuser“, kritisierte Tepe.

Laut der Krankenhausgesellschaft beläuft sich der Investitionsstau in den Kliniken des Landes mittlerweile auf 1,6 Milliarden Euro. „Ohne ein klares Signal aus der Politik, dass die Leistungs- und Investitionsfähigkeit der Krankenhäuser nachhaltig und zusätzlich unterstützt wird, bleiben die Rahmenbedingungen besorgniserregend schlecht“, so Tepe.

Anzeige

Laut dem Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, Helge Engelke, seien viele Krankenhäuser durch die seit Jahren mangelhafte Investitions­förderung baulich in keinem guten Zustand. Außerdem verhindere der Geldmangel wichtige Modernisierungen bei der Medizintechnik. Es sei ihm ein Rätsel, wie dies mit der Qualitätsoffensive in Einklang zu bringen sei, die die Politik im Rahmen des KHSG ausgerufenen habe, kritisierte Engelke.

Cornelia Rundt (SPD), Niedersachsens Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, argumentierte auf dem Treffen, der neue Strukturfonds für Kranken­hausinvestitionen bedeute für Niedersachsen zusätzliche Mittel in Höhe von 94 Millionen Euro. Diese könnten auch für die Tilgung von Krankenhauskrediten verwendet werden, wodurch sich das Investitionsvolumen erhöhe, so die Ministerin. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

19.01.17
Berlin – In die Diskussion, wie die Überschüsse in den öffentlichen Haushalten verwendet werden sollen, haben sich jetzt auch die Krankenhäuser eingeschaltet. „Der Krankenhausbereich muss an oberster......
19.01.17
Gallengangatresie: Stuhlkarten-Scree­ning bei Neugeborenen verhindert Transplantationen
Hannover – Anfang Dezember 2016 hat die Techniker Krankenkasse (TK) 100.000 Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle 76 stationären Geburtskliniken in Niedersachsen verschickt. Die......
10.01.17
Hannover – Niedersächsische Patienten nehmen die vor einem Jahr eingerichtete Terminservicestelle zur Vermittlung von Fachärzten sehr selten in Anspruch. Insgesamt seien vom 26. Januar 2016 bis zum......
02.01.17
Erfurt – Thüringens Krankenhäuser erhalten in diesem Jahr mehr Geld für die Ausbildung von Pflegern. Die Summe betrage 24,7 Millionen Euro, eine Million mehr als 2016, teilte der Verband der......
30.12.16
Niedersachsens Krankenhäuser sehen sich weiter in Misere
Hannover – Die niedersächsischen Krankenhäuser sehen ihre finanzielle Situation weiterhin kritisch. Rund die Hälfte der Kliniken im Land habe 2015 keine tragfähigen Ergebnisse erwirtschaftet, teilte......
20.12.16
Krankenhauskosten deutlich gestiegen
Wiesbaden – Ein im Krankenhaus stationär behandelter Patient hat 2015 im Schnitt 4.378 Euro gekostet. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das hat heute das Statistische Bundesamt (Destatis)......
14.12.16
Erfurt – Die Krankenhäuser in Thüringen erhalten im kommenden Jahr für die Behandlung von Patienten mehr Geld von den Krankenkassen. Das Vergütungsvolumen steigt um 69 Millionen Euro auf rund 2,14......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige