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Zecken fast ganzjährig in Gärten aktiv

Dienstag, 8. März 2016

Hohenheim – Zecken sind mittlerweile nicht nur im Sommer sondern von Februar bis Dezember aktiv. „Der Klimawandel hat die Zecke in Deutschland zu einem quasi ganzjährig aktiven Tier gemacht“, berichtete Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim heute bei der Vorstellung der ersten sogenannten Zeckenerhebung in deutschen Gärten. „Wir sind es nicht gewohnt, in den ehemals kalten Monaten mit Zeckenstichen zu rechnen und schützen uns nicht entsprechend“, warnte die Wissenschaftlerin. Auch Ärzte seien noch nicht gewohnt, bei entsprechenden Symptomen außerhalb des Sommers gleich an Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) zu denken.

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Auch in anderer Hinsicht würden sich viele Menschen in trügerischer Sicherheit wähnen: nämlich im eigenen Garten. „Aber wer aus der Haustür tritt, steht im Lebensraum der Zecken“, fasste Mackenstedt die Ergebnisse einer laufenden Studie zusammen. Seit 2014 kontrolliert die Parasitologin rund 100 Gärten im Großraum Stuttgart regelmäßig auf Zecken. Ergebnis: „Inzwischen können wir in 60 Prozent aller Gärten Zecken nachweisen – in Einzelfällen fanden wir in einer halben Stunde bis zu 800 Tiere.“ Es sei davon auszugehen, dass sich die Ergebnisse auf andere Städte übertragen lassen.

Faktoren wie ein naher Wald, Unterholz und hohes Gras begünstigten zwar große Zeckenpopulationen, seien aber keinesfalls Voraussetzung. „Selbst in kleinen und gepflegten Gärten in den Stadtaußengebieten waren die Zecken noch anzutreffen“, berichtet die Parasitologin.

Laut der Zecken-Expertin zeigen die Ergebnisse, dass der Mensch lernen müsse, mit Zecken zu leben: „Wir müssen akzeptieren, dass wir die Zecken nicht vollständig vermeiden können. Umso wichtiger ist es, sich entsprechend zu schützen“, betonte sie.

Gleichzeitig sei die Bandbreite der Krankheiten, die durch Zecken übertragen würden, größer als oft bekannt, erläuterte Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Stuttgart. So können die Spinnentiere Viren, Bakterien und auch Parasiten übertragen. Die bisher wichtigsten Pathogene in Deutschland seien das FSME-Virus und das die Lyme-Borreliose auslösende Bakterium Borrelia burgdorferi sensu lato. Aber auch in Zellen lebende Bakterien wie Rickettsien, Anaplasmen, Ehrlichien und Coxiella burnetii, der Erreger des Q-Fiebers, seien nachgewiesen worden. © hil/aerzteblatt.de

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