Medizin

Ösophagus-Chirurgie hat lange Lernkurve

Mittwoch, 9. März 2016

Stockholm - Die Ösophagektomie, eine relativ seltene, aber technisch anspruchsvolle Operation, hat eine lange „Lernkurve“. In einer Kohortenstudie im Journal of Clinical Oncology (2016; doi: 10.1200/JCO.2015.65.2875) erreichten die Chirurgen erst nach 60 Operationen ein Niveau mit einer stabilen 5-Jahres-Überlebensrate der Patienten.

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Die Ösophagektomie wird in der Regel zur Behandlung des Ösophaguskarzinoms durchgeführt. Der Eingriff ist kompliziert, da die Speiseröhre hinter der Lunge nur schwer zugänglich ist und das Komplikationsrisiko wegen der Nähe zu den großen Gefäßen erhöht ist. Die Anästhesie ist anspruchsvoll, da die Lungen bei einer Verletzung schnell kollabieren. Verletzungen des Zwerchfells und der Milz sind weitere Komplikationen, die die Ösophagektomie zu einem riskanten Eingriff machen.

Jesper Lagergren, ein Chirurg am Karolinska Institut in Stockholm mit dem Spezialgebiet Ösophagus-Operation hat die Ergebnisse seiner Kollegen aus den Jahren 1987 bis 2010 ausgewertet. Insgesamt 139 Chirurgen führten während dieser Zeit 1.821 Ösophagektomien durch. Erfolgsparameter und Endpunkt der Studie war die Sterberate der Patienten nach 30 Tagen, sowie nach 1, 2 und 5 Jahren. Der Endpunkt der Lernkurve war erreicht, wenn die Sterblichkeit der Patienten mit zunehmender Zahl der Operationen nicht weiter zurückging.

Bei der 30-Tages-Sterblichkeit, die den technischen Erfolg der Operation bewertet, erreichten die Chirurgen das Ende der Lernkurve nach 15 Operationen. Die Sterblichkeit der Patienten war zu diesem Zeitpunkt von 7,9 auf 3,1 Prozent gesunken. Bei den Langzeitergebnissen, die auch die Sorgfalt der Operation und hier insbesondere die mögliche komplette Entfernung der Lymphknoten umfasst, wurde das Plateau erst nach 35 bis 59 Operationen erreicht.

Die 1-Jahressterblichkeit war zu diesem Zeitpunkt von 34,9 auf 27,7 Prozent gefallen. Bei der 2-Jahressterblichkeit ermittelte Lagergren einen Rückgang von 47,4 auf 41,5 Prozent und bei der 5-Jahressterblichkeit von 31,4 auf 19,1 Prozent. Dies waren nicht nur statistisch signifikante, sondern auch klinisch relevante Unterschiede, die es nach Ansicht von Lagergren rechtfertigen, die Operation nach Möglichkeit auf Behand­lungszentren zu konzentrieren, in denen erfahrene Chirurgen operieren. © rme/aerzteblatt.de

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