Ärzteschaft

Ärzte haben Nierenschäden von Diabetikern genau im Blick

Donnerstag, 10. März 2016

Frankfurt – Für eine gute ärztliche Versorgung von Diabetikern mit Nierenschäden spricht eine Untersuchung, der der Statistikdienstleister IMS Health am heutigen Weltnierentag veröffentlicht hat.

Nierenschädigungen sind eine häufig vorkommende Komplikation von Diabetes mellitus. Etwa 20 bis 40 Prozent aller Patienten mit Diabetes Typ 2 entwickeln im Laufe ihres Lebens eine sogenannte diabetische Nephropathie. Sie ist damit die häufigste Ursache für eine terminale Niereninsuffizienz.

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Die nationale Versorgungs-Leitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes empfiehlt das Antidiabetikum Metformin als Therapie für die Zuckererkrankung. Aber das Medikament ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert, selbst wenn das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vergangenes Jahr darüber informierte, dass die Fach- und Gebrauchsinformation aufgrund einer aktuellen Studie angepasst wurden.

Die IMS-Statistiker untersuchten, ob bei einem Abfall der Nierenfunktion während der Therapie mit Metformin tatsächlich eine Therapieumstellung erfolgt, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Dazu betrachteten sie Patienten, die im Zeitraum 2003 bis 2012 mit einer Metformin-Therapie begonnen haben. Ihr Krankheitsverlauf wurde über maximal sechs Jahre analysiert. Da diese Studie nur den Wechsel von Metformin auf Insulin untersuchen wollte, waren Patienten mit Wechsel auf Dipeptidylpeptidase IV (DPP-4) oder Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) ausgeschlossen.

Die Forscher stellten fest, dass bei 44 Prozent der Patienten die Nierenfunktion im Laufe der Therapie abnahm. Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) wurde bei Metformin-Patienten aber häufig und regelmäßig gemessen: Bei 86 Prozent der Patienten wurde mindestens einmal im Jahr eine GFR-Messung vorgenommen. Dabei erfolgte die Messung in den hausärztlichen Praxen sowie in Praxen mit diabetologischem Schwerpunkt gleich häufig. Die zweite Erkenntnis: Innerhalb von sechs Jahren nach Therapiebeginn wechselten 10,4 Prozent der Metformin-Patienten zu Insulin.

„Der Blick auf den Versorgungsalltag von Typ-2-Diabetikern hat ergeben, dass sowohl unter Haus- als auch Diabetes-Fachärzten die Nierenwerte streng kontrolliert werden und im Fall einer Verschlechterung der Nierenfunktion die Therapie gewechselt wird, um weiteren Schädigungen der Niere oder gar einer terminalen Niereninsuffizienz vorzubeugen“, resümierte Karel Kostev, epidemiologischer Forschungsleiter bei IMS Health. © hil/aerzteblatt.de

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