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Asthma bei Kindern oft zu spät diagnostiziert

Donnerstag, 10. März 2016

Dresden – Eltern und Kinderärzte nutzen die modernen Möglichkeiten der Asthmatherapie im Kindesalter noch zu wenig. Die Folge ist, dass Asthma bei vielen Kindern später als nötig diagnostiziert wird. Das kritisiert die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP) auf ihrer Jahrestagung in Dresden.

„Wenn ein Kind mehr als drei Mal im Jahr unter einem langwierigen Infekt leidet und dabei viel hustet, sollte das ein Anlass sein, nach der Ursache zu suchen“, sagte der Tagungspräsident Christian Vogelberg, Leiter des Bereiches pädiatrische Pneumologie und Allergologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

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Atemwegsinfekte würden zwar hauptsächlich durch Viren, seltener durch Bakterien verursacht, doch es könnten auch erste Anzeichen von Asthma bronchiale sein. Und es gibt weitere Indizien: „Wenn Kinder bereits nach kurzer Zeit des Tobens Atemnot bekommen oder sich schnell von solchen Aktivitäten zurückziehen, könnte die chronische Atemwegserkrankung dahinterstecken“, so Vogelberg.

Der Kinderpneumologe betont, wie so oft sei es nötig, so früh als möglich mit der Therapie zu beginnen, um den Verlauf dieser chronischen Erkrankung wirksam zu beeinflussen. Im kinderärztlichen Alltag bestehe die Herausforderung darin, zwischen einer Infektion und einer allergischen Reaktion als Auslöser der Probleme zu unterscheiden. Moderne Analyseverfahren könnten bereits bei Säuglingen feinste Veränderungen der Lungenfunktion messen.

Zwischen sieben bis zehn Prozent der Kinder leiden laut der Fachgesellschaft unter Asthma. Damit ist dies die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Vogelberg appellierte, im Verdachtsfall mit detaillierten Untersuchungen der Lungenfunktion nicht bis zum Grundschulalter zu warten. © hil/aerzteblatt.de

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