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Initiative DocStop verhindert schwere Lkw Unfälle

Freitag, 11. März 2016

Ladbergen – Die Initiative DocStop bietet Bus- und Lkw-Fahrern schnelle Hilfe bei gesundheitlichen Problemen. Die bevorzugte Behandlung von Berufskraftfahrern in den Doc-Stop-Kliniken und –Praxen vermeidet, dass Fahrer krank oder mit einer unzu­reichenden Selbstmedikation auf der Autobahn bleiben. Auf diese Weise verhindert die Initiative schwere Unfälle im Straßenverkehr. „Auf Deutschlands Straßen sind rund 800.000 Deutsche Berufskraftfahrer und fast die gleiche Anzahl Fahrer aus ganz Europa täglich unterwegs. Eines ihrer größten Probleme ist die Zeit, weil sie von den Unternehmen sehr eng disponiert werden“, erläutert Rainer Bernickel gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Die Folge ist, dass die Fahrer weitermachen, auch wenn sie gesundheitlich ange­schlagen sind. Bernickel spricht von „fahrenden Zeitbomben“. Der ehemalige Polizeihaupt­kommissar Bernickel hat DocStop 2007 aufgrund seiner beruflichen Erfahrung ehrenamtlich gegründet.

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Der Ansatz von DocStop ist, den Fahrern – rund zwei Prozent von ihnen sind Frauen, Tendenz steigend – schnelle medizinische Hilfe anzubieten. Dabei geht es nicht um Notfälle, sondern um alltäglich auftretende Leiden, wie heftige Rücken-, Zahn- oder Kopfschmerzen.

Bislang haben sich rund 700 Mediziner aus Praxen und Krankenhäusern in Deutschland der Initiative angeschlossen. Sie haben sich bereit erklärt, DocStop-Patienten bei Erscheinen in ihren Praxen zeitnah zu behandeln, wenn möglich als nächsten Patienten. „Der hohe Zeitdruck der auf den Fahrern lastet, macht diese Maßnahme unbedingt erforderlich“, betont Bernickel. Ansonsten verzichte die Zielgruppe auf eine medizinische Hilfe und das gelte es gemeinsam zu verhindern, so der DocStop-Gründer.

Und so funktioniert das Netzwerk:

Ein kranker Fahrer meldet sich über eine Hotline oder findet über mehrere kostenfreie Telefon Apps die Daten eines DocStop-Anlaufpunktes in seiner Nähe. Die Hotline gibt Infos über die Praxis oder Klinik und nennt auch einen möglichen Parkplatz in der Nähe.

In der medizinischen Einrichtung meldet sich der Fahrer als DocStop-Patient an und erhält dort schnell ambulante medizinische Hilfe. Die Abrechnung erfolgt über die Krankenkasse, einen Auslands Krankenschein oder bei Fahrern aus Europa auch mit Barzahlung.

„Erkrankte Berufskraftfahrer, die weiterhin am Straßenverkehr teilnehmen, ohne medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil diese im Rahmen der Berufsausübung nicht adäquat erhältlich ist, stellen eine Gefahr für die Verkehrssicherheit dar“, betont Bernickel den Ansatz von DocStop.

DocStop sucht weitere Praxen und Kliniken, die sich daran beteiligen, den Straßenverkehr sicherer zu machen. Um in die Liste der DocStop-Einrichtungen aufgenommen zu werden, müssen die Interessierten sich bei der Kontaktadresse des Vereins info@docstop-online.eu oder unter rbernickel@t-online.de

Bernickel weist daraufhin, dass die Initiative auch in weiteren europäischen Ländern große Zustimmung gefunden hat, so in Polen, Österreich, den Niederlanden und Dänemark. Im Augenblick ist der Verein im Gespräch mit dem Bundesverkehrs­ministerium, um auch auf Autobahnschildern auf DocStop-Kliniken oder -Praxen hinzuweisen.

Die Grundlage für den Erfolg der Initiative ist ein möglichst flächendeckendes Netz von medizinischen Einrichtungen entlang der großen Verkehrswege. „Helfen Sie dabei mit, unsere Straßen sicherer zu machen“, so Bernickels Appell. © hil/aerzteblatt.de

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