Ärzteschaft

Neue Leitlinie Vulvakarzinom

Dienstag, 15. März 2016

Berlin – Die Zahl der Krebserkrankungen am äußeren Genitale der Frau ist in den vergangenen Jahren laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) stark gestiegen – im vergangenen Jahr erkrankten mehr als 4.000 Frauen. Zusammen mit der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) hat die Fachgesellschaft daher die Leitlinie Vulvakarzinom überarbeitet.

Karzinome am äußeren Genitale waren lange Zeit selten. Sie traten überwiegend bei Frauen nach den Wechseljahren auf. Seit einigen Jahren diagnostizieren Gynäkologen es immer häufiger bei jüngeren Frauen. Es ist hier wie beim Zervixkarzinom häufig Folge einer Infektion mit humanen Papilloma-Viren (HPV). „Die Erkrankungszahlen haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und schon bald werden mehr Frauen am Vulvakarzinom als am Zervixkarzinom erkranken“, erläutert der DGGG-Experte Hans-Georg Schnürch, Neuss.

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Das Vulvakarzinom kann sich durch Juckreiz, Brennen und Schmerzen sowie Blutungen bemerkbar machen. Die Hälfte der betroffenen Frauen bleibt jedoch lange beschwerdefrei. Anders als beim Zervixkarzinom ist eine Früherkennung durch einen Abstrich nicht möglich. Die Vulvoskopie mit einer speziellen Lupe bietet jedoch die Möglichkeit, Veränderungen bei der frauenärztlichen Untersuchung frühzeitig zu erkennen. Zunächst kommt es zu einer Vorstufe, der vulvären intraepithelialen Neoplasie (VIN). Ihre Erkennung und Entfernung kann den Krebs verhindern. Die sichere Diagnose kann laut Monika Hampl von der DGGG nur durch eine feingewebliche Untersuchung gestellt werden: „Bei allen verdächtigen Läsionen sollte deshalb eine Biopsie durchgeführt werden“, fordert sie.

Ein Schwerpunkt der Leitlinie liegt in der Rekonstruktion der Vulva nach der Tumorentfernung. Sie erfolgt laut Hampl heute häufig gleich während der Tumoroperation: „Das Ziel ist ein funktionell und anatomisch zufriedenstellendes Ergebnis, das vor allem bei sexuell aktiven Frauen von großer Bedeutung ist“, so die Expertin.

Die überarbeitete Leitlinie setzt nach Einschätzung der DGGG für alle Stadien des Vulvakarzinoms neue Therapiestandards. Die Leitlinienautoren empfehlen, die Patientinnen an einem zertifizierten gynäkologischen Krebszentrum zu betreuen.

© hil/aerzteblatt.de

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