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Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist Mittelmaß

Donnerstag, 17. März 2016

Halle – Beim Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen liegt Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Das berichtete der Medizinsoziologe Matthias Richter gestern bei der Vorstellung des deutschen Teils der „Health Behaviour of School-aged Children (HBSC)“-Studie.

Diese läuft unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 1982, Daten werden alle vier Jahre erhoben. In der jüngsten Befragung haben europaweit 200.000 Schüler im Alter von elf, 13 und 15 Jahren in 42 Ländern zu ihrem Gesundheitsverhalten Auskunft gegeben. Erfasst wurden Daten zu Themen wie subjektive Gesundheit, Lebenszufriedenheit, psychosomatische Beschwerden, Übergewicht und Körperbild, körperliche Aktivität oder dem Konsum von Substanzen wie Tabak oder Alkohol.

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„Obwohl Deutschland eines der reichsten Länder in Europa ist, finden sich Unterschiede in der Gesundheit und im Gesundheitsverhalten der Schulkinder, die auf die sozialen Bedingungen des Aufwachsens zurückzuführen sind. Das heißt, die soziale Herkunft spielt eine große Rolle und es sind diejenigen benachteiligt, die aus einer schwächeren sozialen Schicht stammen“, berichtete Richter, der das Institut für Medizinische Soziologie in Halle leitet.

Beim Übergewicht landen Kinder und Jugendliche in Deutschland auf Platz 16 von 42 bei den 15-Jährigen. Gut ein Fünftel der Jungen und 13 Prozent der Mädchen in dieser Altersklasse sind übergewichtig oder adipös – so der objektive Wert. Nach dem eigenen Körperbild befragt, finden sich aber 50 Prozent der Mädchen und ein Viertel der Jungen dieses Alters zu dick.

Positiv bewertet Richter, dass ein Großteil der Jugendlichen weder regelmäßig raucht noch regelmäßig Alkohol trinkt.

Weniger positiv sieht es hingegen mit der Bewegung aus: In allen Studienländern wird die Empfehlung einer ausreichenden körperlichen Aktivität von 60 Minuten am Tag nur selten eingehalten. Deutschland landet dabei auf Platz 31 von 42 – nur 16 Prozent der Jungen und neun Prozent der Mädchen sind eine Stunde pro Tag körperlich aktiv.

Bei den psychosomatischen Beschwerden landet Deutschland auf dem dritten Platz, das heißt, dass nur wenige Heranwachsende öfter psychosomatische Beschwerden haben. Allerdings leiden diejenigen häufiger darunter, die aus einem schwächeren sozialen Umfeld stammen. © hil/aerzteblatt.de

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