Ausland

WHO erklärt Ebola-Epidemie im westafrikanischen Sierra Leone für beendet

Donnerstag, 17. März 2016

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Ebola-Epidemie im west­afrikanischen Sierra Leone für beendet erklärt. In einer Mitteilung der UN-Organisation wurde am Donnerstag in Genf "das Ende der jüngsten Episode der Krankheit durch das Ebola-Virus im Land" bekannt gegeben. Die Mitteilung erfolgte 42 Tage – also die zweifache Inkubationszeit von Ebola –, nachdem der vorerst letzte Ebola-Verdachtsfall zum zweiten Mal negativ getestet worden war.

Die WHO geht nach eigenen Angaben davon aus, „dass alle Übertragungsquellen in der Region ausgemacht und gestoppt wurden". Es bestehe aber weiterhin das Risiko, dass die Epidemie in Sierra Leone und den Nachbarländern Liberia und Guinea wieder aufflamme. Dies liege insbesondere daran, dass das Ebola-Virus in Überlebenden weiter vorhanden sei.

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Bereits am 7. November war mitgeteilt worden, dass es keine Ebola-Ansteckungen in Sierra Leone mehr gebe. Im Januar wurden allerdings neue Fälle gemeldet. Die schwerste Ebola-Epidemie seit Entdeckung des Virus vor 40 Jahren war im Dezember 2013 in Westafrika ausgebrochen. Mehr als 11.300 Menschen starben an der Infektion.

Guinea, wo die Epidemie begonnen hatte, wurde am 29. Dezember für frei von Neuansteckungen erklärt. Ein 90-tägiger Zeitraum für eine weiterhin fortbestehende Überwachung endet am 27. März. Liberia wurde im Mai 2015 zum ersten Mal für Ebola-frei erklärt, aber die Epidemie flammte zwei Mal wieder auf. Am 14. Januar erklärte die WHO offiziell das Ende des jüngsten Ebola-Ausbruchs in Liberia.

Die WHO war wegen ihrer anfänglich schwerfälligen Reaktion auf die Ebola-Epidemie in die Kritik geraten. In einem von der Organisation selbst in Auftrag gegebenen Bericht kritisierten unabhängige Experten, die WHO habe viel zu spät auf frühe Warnungen reagiert. Zudem habe sie es in den ersten Monaten versäumt, die örtlichen Gemein­schaften umfassend in den Kampf gegen das Virus einzuspannen.

Ebola ist hoch ansteckend, sobald Patienten Symptome der Krankheit wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall aufweisen. Übertragen wird die Krankheit durch Körperflüssigkeiten. © afp/aerzteblatt.de

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