Ärzteschaft

Diabetes­organisationen begrüßen englische Softdrink-Steuer

Freitag, 18. März 2016

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE begrüßen die Ankündigung der britischen Regierung, eine Zuckersteuer für Softdrink-Unternehmen zu erlassen. Der Beschluss sollte für Deutschland ein Vorbild sein, sagte DDG-Vizepräsident Dirk Müller-Wieland.

„Eine solche Steuer hilft, Übergewicht und Diabetes zu verhindern“, so Müller-Wieland. Die britische Steuer setze Unternehmen den ökonomischen Anreiz, den Zuckergehalt in ihren Getränken zu reduzieren, und das sei genau die richtige Strategie.

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„Diese Entscheidung ist nicht nur mutig, sie ist auch richtig und weitsichtig“, sagte DDG-Geschäftsführer Dietrich Garlichs. „Eine solche Entschlusskraft wünschen wir uns auch von der Bundesregierung.“ Zwar habe der Bundestag beschlossen, gemeinsam mit Lebensmittelwirtschaft und Lebensmittelhandel eine nationale Strategie für die Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu erarbeiten.

„Doch dieses Vorhaben setzt auf freiwillige Maßnahmen der Industrie, die vermutlich kaum Effekte bringen werden“, kritisierte Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. „Zudem bemängeln wir eine zu lasche Zielsetzung beim Zuckergehalt, der in einem Zeitraum von fünf Jahren lediglich um zehn Prozent sinken soll“, so Danne.

Zudem plädieren DDG und diabetesDE dafür, gesunde Produkte wie Obst und Gemüse gleichzeitig steuerlich zu entlasten. „Es den Menschen leichter zu machen, gesund zu essen und zu trinken, heißt, gesundheitliche Chancengleichheit herzustellen“, sagte Danne. Eine gesunde Ernährung dürfe kein Statussymbol für Besserverdienende sein. „Wir brauchen die Entwicklung gesünderer Produkte für die Breite der Gesellschaft“, sagte Vorstandsvorsitzende. Die Lebensmittelwirtschaft könne hier einen entscheidenden Beitrag leisten, indem sie ihre Produktrezepturen verbessert. © hil/aerzteblatt.de

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