Ausland

Ärzte ohne Grenzen kritisiert Europas Abschottungspolitik scharf

Montag, 21. März 2016

Berlin – Der Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei missachtet nach Einschätzung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen das Recht der Fliehenden auf Hilfe und Schutz. „Das einzige Ziel des Paktes ist es, Menschen daran zu hindern, nach Europa zu kommen. Ihre Rechte, oder wie es ihnen geht, spielen dabei eine untergeordnete Rolle“, klagte Aurélie Ponthieu, Expertin für Flucht und Migration bei Ärzte ohne Grenzen am Montag. „Fliehende zu zwingen, in ein Land zurückzukehren, welches weltweit bereits die meisten Flüchtlinge beherbergt, ist keine verantwortungsvolle Strategie - unabhängig davon, ob der Pakt rechtmäßig ist oder nicht.“

Der Pakt sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die seit Sonntag illegal von der Türkei nach Griechenland übergesetzt haben, ab Anfang April zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden können. Vorher haben sie jedoch das Recht auf eine Einzelfallprüfung. Wer nachweisen kann, dass er in der Türkei verfolgt wird, darf bleiben.

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Die Lage der in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge bezeichnete Ärzte ohne Grenzen als dramatisch. „Europa scheint zu hoffen, dass es Flüchtlinge vom Kommen abhalten kann, indem es in Griechenland eine weitere humanitäre Krise erzeugt. Das ist kurzsichtig und unmenschlich“, sagte Ponthieu. © dpa/aerzteblatt.de

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