Vermischtes

Fitnesstracker und Trainingscomputer nicht immer zuverlässig

Mittwoch, 23. März 2016

Würzburg – Das Messen und Speichern von Körperdaten mittels Smartphones, Fitness-Computern und anderen sogenannten „Wearables“, („die Tragbaren“) ist ein großer Trend in der Sport- und Freizeitbranche.

Sportwissenschaftler und Informatiker der Uni Würzburg haben einen genauen Blick auf aktuelle Fitnesstracker, Aktivitätssensoren und Trainingscomputer geworfen. Sie wollten herausfinden, wie akkurat die Geräte messen und ob eine effiziente Trainingssteuerung für Athleten und Alltagsanwender damit möglich ist. Ihre Ergebnisse sind in der Zeitschrift Frontiers in Physiology erschienen (doi: 10.3389/fphys.2016.00071).

Anzeige

„Viele Geräte sind derzeit nicht evaluiert“, erläuterte Billy Sperlich, Leiter des Arbeits­bereichs „Integrative und experimentelle Trainingswissenschaft“ in Würzburg. „Die bisher am Markt verfügbaren Geräte können bereits viele Biomarker messen, sind aber nicht ganz genau“, so sein Fazit.

Ein Beispiel dafür ist die Herzfrequenzmessung: Der klassische Brustgurt schnitt bei Test der Wissenschaftler gut ab, während die optische Messung der Herzfrequenz am Arm noch in den Kinderschuhen stecke: „Die Messergebnisse von optischen Sensoren am Handgelenk waren oft ungenau, vor allem bei intensivem körperlichen Training“, sagte Sperlich. Bei dieser Messmethode strahlen LEDs auf die Haut und durchdringen Gewebe und Blutgefäße. Eine zwischen den LEDs sitzende Linse nutzt das reflektierte Licht, das je nach Blutmenge in einem Herzzyklus unterschiedlich ist, um den Puls abzuleiten.

Manche Trainingscomputer eignen sich der Untersuchung zufolge aber durchaus, um beispielsweise ein an der Herzfrequenz ausgerichtetes Training zu planen und gesetzte Ziele zu erreichen. Auch für Menschen mit einem weniger guten Gefühl für die eigene Leistungsfähigkeit, etwa nach langer Krankheit, seien Wearables auch heute schon mehr als eine Spielerei.

Sperlich betont aber, es sei sinnvoll und wichtig, sich an individuelle Trainingspläne zu halten und regelmäßig ein persönliches Gespräch mit einem Arzt zu führen, der zudem alle Gesundheitsdaten im Blick habe. „Das persönliche Empfinden ist zudem der sensibelste Belastungsmarker, über den wir verfügen“, betonte der Sportwissen­schaftler. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

20.01.17
Berlin – Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt voran. Darauf hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen. Viele Beschlüsse seien bereits gefasst,......
17.01.17
Hamburg – Das Interesse an Videosprechstunden und anderen digitalen Möglichkeiten wächst bei Ärzten, Zahnärzten und psychologischen Psychotherapeuten. „Rund die Hälfte aller Ärzte kann sich......
11.01.17
München – Patientus, einer der führenden Anbieter für Online-Videosprechstunden, wird von Jameda, einem der größten Portale für Online-Arztempfehlungen und Online-Arzttermine, übernommen. Jameda, das......
11.01.17
IntelliCare-Apps reduzieren Depressionen und Ängste
Chicago – Tipps, um seine mentale Gesundheit zu bewahren, sollen Apps genauso schnell liefern wie die Adresse für ein gutes Restaurant. Mit dieser Aussage vergleichen Forscher vom Center for......
10.01.17
Berlin – Ab Juli dieses Jahres können niedergelassene Ärzte ihre Laboraufträge digital ausstellen und übermitteln. Die entsprechenden Laboraufträge Muster 10 und 10 A gab es bislang nur in Papierform.......
09.01.17
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Praxissoftwarehersteller scharf kritisiert, die niedergelassenen Ärzten Kosten für die Implementierung eines Software-Moduls für......
28.12.16
Rostock – Deutschland ist nach Meinung vieler Experten eher skeptisch gegenüber technischen Neuerungen, so auch bei der Digitalisierung. Damit laufe das Land jedoch Gefahr, den Anschluss an manche......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige