Ärzteschaft

Neue Leitlinie zur Interventionellen Sonografie

Dienstag, 29. März 2016

Berlin – Zentrale Venenkatheter zum Herzen sollten Ärzte immer unter zeitgleicher Ultraschallkontrolle legen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hingewiesen aufgrund einer neuen europaweiten Leitlinie zur Interventionellen Sonografie hingewiesen. Der Leitlinie zufolge passieren bei diesem Vorgehen weniger Fehler, und es kommt seltener zu Komplikationen.

Laut DEGUM dienen Zentrale Venenkatheter dazu, Patienten herznah Medikamente zu verabreichen oder ihren Venendruck zu messen. Um einen solchen Katheter zu legen, führt der Arzt durch einen Zugang von der inneren Halsvene oder der Schlüsselbein­vene einen dünnen Kunststoffschlauch bis zum Herzen vor.

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Bisher orientierten sich Ärzte dabei vorrangig anatomisch an den Körperkonturen. „Sich alleinig an anatomischen Landmarken zu orientieren, ist jedoch längst nicht mehr zeitgemäß“, sagte DEGUM-Experte Christoph Dietrich aus Bad Mergentheim. Im Idealfall sollte der Arzt mit der einen Hand die Kanüle des Katheters führen, mit der anderen Hand einen steril verpackten Ultraschallkopf.

Dieser gibt ihm am Bildschirm ein genaues Bild von der Lage des Katheters. „Ultraschall ist das Mittel der Wahl, um Eingriffe zeitgleich am Bildschirm zu kontrollieren“, erläuterte Dietrich. Denn unter Sichtkontrolle durch Ultraschall könnten Eingriffe besonders zielgenau und sicher erfolgen.

Da der Interventionelle Ultraschall technisch anspruchsvoll ist, empfiehlt die DEGUM Ärzten, sich durch Schulungen fortzubilden. Wichtig seien neben den Kenntnissen der Anatomie und der Ultraschalltechnik die praktischen Fertigkeiten. „Die Prozeduren sollten beispielsweise an Übungspuppen trainiert werden, bevor es an den Patienten geht“, so Dietrich. © hil/aerzteblatt.de

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