Medizin

Morbus Cushing: Suizid kam Monate nach erfolgreicher Operation

Dienstag, 29. März 2016

Bethesda – Eine transsphenoidale Resektion des Hypophysentumors kann einen Morbus Cushing heilen. Die Beseitigung des Cortisol-Überschusses hat jedoch nicht nur positive Auswirkungen, wie eine Fallserie an pädiatrischen Patienten in Pediatrics (Online) zeigt.

Ursache des Morbus Cushing ist ein ACTH-produzierender Tumor in den Hypophyse. Durch die vermehrte Stimulation der Nebennierenrinde kommt es zu einer übermäßigen Cortisolproduktion. Die Tumore müssen beseitigt werden, da es infolge des Cortisol-Exzess zu Fettleibigkeit, Hypertonie, Nierensteinen und Diabetes kommt. Die Patienten sind zudem durch Knochenbrüche und eine hohe Infektbereitschaft gefährdet. Eine transsphenoidale Resektion kann den Hypercortisolismus von heute auf morgen beheben. Die Krankheit ist dadurch jedoch nicht nicht beendet, warnt Constantine Startakis, Leiter der Division of Intramural Research am National Institute of Child Health and Human Development in Bethesda/Maryland.

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Die hohen Cortisol-Spiegel haben nicht nur Nachteile. Kinder mit Morbus Cushing sind häufig ehrgeizig. In der Schule sind sie Überflieger mit einer Neigung zu zwanghaftem Verhalten. Wenn der Cortisol-Überschuss fehlt, fallen viele in eine tiefe psychische Krise. Es kommt zu Depressionen und Angstzustände, die nur wenige Patienten ihren Ärzten offenbaren (denen sie für die Heilung dankbar sein müssen).

Ein Zusammenhang mit der Behandlung erfolgt häufig nicht, weil sich die Verhaltens­auffälligkeiten nicht sofort einstellen. Startakis berichtet über neun Kinder (aus einer Gruppe von 149 Patienten), die nach der Operation Selbstmordgedanken entwickelten. Es kam zu Ausbrüchen von Zorn und Wut, Depressionen, eine gesteigerte Reizbarkeit und Angstzuständen. Nur sieben Kinder wurden innerhalb der ersten sieben Monate nach der Operation symptomatisch. Bei den beiden anderen Kindern traten die Probleme erst 48 Monate nach der erfolgreichen Beseitigung des Tumors auf. Ein Kind nahm sich 60 Monate nach der Behandlung das Leben.

Erwachsene reagieren laut Startakis anders. Die meisten sind vor der Behandlung depressiv und ängstlich. Nach der Operation komme es dann allmählich zu einer Verbesserung der affektiven Störungen, so Startakis. © rme/aerzteblatt.de

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