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Antibiotikamissbrauch: Resistente Pneumokokken bei Vorschulkindern

Freitag, 4. Januar 2002

CANBERRA. Australische Epidemiologen mahnen die zurückhaltende Verordnung von Beta-Laktam-Antibiotika bei Vorschulkinden an. In einer im British Medical Journal publizierten Studie (2002; 323; 28-31) wiesen sie in 14 Prozent aller Nasenabstriche Penicillin-resistente Pneumokokken nach. Wie Dilrub Nasrin von der Universität Canberra berichtet, gehen australische Kinderärzte besonders großzügig mit Antibiotika um.

Eine frühere Untersuchung der Gruppe hatte gezeigt, dass die Ärzte bei etwa jedem zweiten Kind bei einem Atemwegsinfekt sofort Antibiotika verschreiben, ohne sich über die möglichen Folgen Gedanken zu machen. In der jetzigen Untersuchung waren die Eltern von 461 Kindern im Alter unter vier Jahren gebeten worden, über zwei Jahre ein Tagebuch zu führen, in denen sie alle Atemwegsinfekte ihrer Kinder und alle Arztbesuche festhielten.

Alle sechs Monate wurde bei den Kindern ein Abstrich der Nasenschleimhaut gemacht. Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Häufigkeit einer Besiedlung der Nase mit resistenten Pneumokokken mit jedem Tag einer Beta-Laktamantibiotika-Einnahme um vier Prozent stieg. Noch zwei Monate nach Ende der Antibiotikabehandlung waren die resistenten Erreger bei den Kindern doppelt so häufig nachweisbar wie bei Kindern, die keine Antibiotika erhielten. © rme/aerzteblatt.de

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