
Noch immer haben Studierende massive Probleme, Medizinstudium und Familie zu vereinbaren. Dies gaben bei der ersten landesweiten Online-Befragung von Medizinstudierenden mit Kindern in Baden-Württemberg mehr als die Hälfte der 238 Befragten an. Zwei Drittel der teilnehmenden Medizinstudierenden hatten sich bewusst für eine Familiengründung im Studium entschieden, weil ihnen die Vereinbarkeit von Studium und Familie einfacher erschien als die spätere Vereinbarkeit von Arztberuf und Familie. Ein weiterer wichtiger Grund waren die Vorteile einer jungen Elternschaft. Dafür nehmen die Medizinstudierenden mit Kindern, die im Schnitt 29,6 Jahre und damit deutlich älter als der Durchschnitt sind, aber viele Nachteile während ihres Studiums in Kauf.
Den untersuchten Universitäten Freiburg, Mannheim, Tübingen und Ulm gaben die Studienteilnehmer für ihre Familienfreundlichkeit die Durchschnittsnote von 3,4. Kritisiert werden der Aufbau des Medizinstudiums mit vielen Pflichtkursen, Veranstaltungen am Nachmittag sowie gebündelte Prüfungen am Semesterende. Abhilfe könnten nach Ansicht der befragten Studierenden eine flexible Anwesenheitspflicht und ein Angebot von Ersatzleistungen für Fehltermine schaffen.
Gefördert wurde die Studie durch das Forschungsministerium Baden-Württemberg; durchgeführt von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie der Universität Ulm. Weitere Infos unter: www.meduki.de. ER
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