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Karriere

Beginner’s Guide to Research: Der optimale Weg in die Forschung

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 2/2011: 18

Müller, Lorenz; Dafsari, Haidar Salimi

Erfahrungen und Tipps zum Start in der Forschung und zur sinnvollen Gestaltung des Arbeitsalltags

Foto: Fotolia

Wer in der Forschung anfängt, wird zunächst oft überhäuft von organisatorischen Anforderungen und vielen eher trivialen Aufgaben. Man sollte sich darauf vorbereiten, dass am ersten Arbeitstag nicht der perfekte Arbeitsplatz mit allen Geräten und Materialien bereitsteht. Die Arbeitsaufnahme ist bereits als ein Training für eigenständiges Denken und Handeln anzusehen.

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In enger Zusammenarbeit mit dem Chef oder den PostDocs stellt man in den ersten Tagen einen Arbeits- und Methodenplan auf. Dies geschieht beispielsweise in Form von Protokollen für klinische Testungen oder von Versuchsprotokollen. Gemeinsam reflektiert man mögliche Schwachpunkte der Methodik und versucht Fehlerquellen zu erkennen. Wichtig ist, sich im Zuge der ersten Arbeitsphase konkrete und übersichtliche Ziele zu setzen.

Ein wichtiger Punkt zu Beginn ist die Literatursuche. Aus dem Studium ist den meisten die sogenannte Pubmed-Suche bekannt, ansonsten sollte man es sich von Labormitarbeitern zeigen lassen. Bei manchen Fragestellungen kann es sinnvoll sein, Arbeitsgruppen aus anderen Instituten zu kontaktieren, die an ähnlichen Themen forschen. Eventuell gibt es bereits Kontakte zu einem entsprechenden Labor, und vielleicht kann man dieses besuchen.

Wichtig ist, nicht nur seine eigene Arbeit zu machen, sondern sich auch für die Arbeitsgemeinschaft (AG) einzubringen. So ist es zum Beispiel möglich, organisatorische Schritte zu Arbeitsbeginn als Einweisung für künftige Neueinsteiger in der Gruppe zu dokumentieren oder kurze Handbücher für bestimmte Arbeitsschritte an Geräten zu schreiben. Dieses Know-how ist für künftige Neueinsteiger sehr wertvoll. Die Dokumentation nützt einem aber auch selbst, da das Niederschreiben aller Arbeitsschritte hilft, Fehlerquellen zu finden. Das primäre Ziel ist natürlich die wissenschaftliche Arbeit, doch sowohl die Außenwirkung, als auch interne Arbeitsschritte der AG können häufig verbessert werden.

Leistungsdruck entsteht in der Forschung auf andere Art als in der klinischen Arbeit. Während sich Ärzte auf Station, im OP und in den Funktionsabteilungen einem akuten Stress ausgesetzt fühlen, ist er in der Wissenschaft eher unterschwellig und chronisch. Die Zeiteinteilung bleibt zwar häufig flexibel, aber der Wissenschaftler hat die selbstständige Verantwortung für seine Projekte. Und „selbstständig“ heißt in der Forschung wirklich „selbst“ und „ständig“. Nur wer ausdauernd und sorgfältig ist, kann sein Projekt voranbringen! Gerade die Forschung ist ein sehr kompetitives Arbeitsumfeld. Dabei sollten 50 bis 60 Stundenwochen das Ziel sein, wenn man national oder international bestehen möchte! In der Forschung produktiv zu sein, bedeutet jedoch meist nicht, einfach nur Stunden abzureißen, sondern diese auch mit Effektivität zu füllen. Besonders wichtig ist, sich von Misserfolgen nicht entmutigen zu lassen.

Lorenz Müller, Rostock, Haidar Salimi Dafsari, Köln

Nervenkitzel Forschung

Das Arbeitsumfeld in der medizinischen Forschung ist herausfordernd. Mit den entsprechenden Recherchen im Vorfeld, Weitblick in der Wahl der Arbeitsgruppe und den aufgeführten Tipps für die ersten Tage kann man den Einstieg in diesen Beruf erfolgreich gestalten. Dafür ist die Arbeit sehr abwechslungsreich und spannend, es ist möglich, eigene Themen und Interessen zu verfolgen. Durch die medizinische Forschung entwickelt man auch genauere Konzepte und ein tieferes Verständnis für die klinischen Aspekte entsprechender Krankheiten. Man kann in diesem Beruf sein Wissen kontinuierlich erweitern und vertiefen und dabei seinen Entdeckergeist ausleben.


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