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Studium

Jobs für Medizinstudierende: Von Skills Lab bis Palliativversorgung

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 3/2011: 12

Hillienhof, Arne

Foto: Superbild

Auch Medizinstudierende müssen essen. Und Bücher kaufen. Viele jobben daher neben dem Studium. Manchmal bringt das viel.

Zugänge legen, Intubieren üben, Herztöne unterscheiden und so fort. Alles kein Problem im KISS, dem „Kölner interprofessionelles Skillslab und Simulationszentrum“. Studierende können hier die praktischen ärztlichen Fertigkeiten üben. Wer nicht zurechtkommt, dem hilft ein Mitstudent aus dem Skills-Lab-Team. Etwa zehn studentische Hilfskräfte gibt es, Anja Vennemann gehört dazu. „Peer teaching heißt das Konzept, Studenten helfen Studenten“, erklärt sie. Die Arbeit macht Spaß. Sogar großen Spaß. „Man kann jederzeit alles üben, wir haben erstklassiges Material, und das Team ist nett“, sagt sie. Eine Freundin hat ihr von der Arbeit im KISS erzählt, dann hat sie sich beworben. „Sehr gut ist auch, dass ich mir die 8,5 Stunden pro Woche selbst einteilen kann, also mit dem Team zusammen absprechen kann“, sagt sie. Bisher hat sie vor allem Organisatorisches im KISS geregelt. Aber jetzt ist sie im fünften Semester – Klinik – „und jetzt lerne ich in Kursen auch die ganzen praktischen Sachen, kann sie hier üben und dann andere Studierende unterstützen.“

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49 Prozent der Medizinstudierenden haben einen Nebenjob zum Geldverdienen, also praktisch jeder zweite. Das ergab die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW). Sie ist von 2009, aber das aktuellste, was es zum Thema gibt. Die Mediziner gehören damit zu der Fachgruppe, die am wenigsten (nebenher) arbeitet. Noch weniger Nebenjobs gönnen sich nur die Chemiker mit 48 Prozent und die Pharmazeuten mit 37 Prozent. Die meisten Nebenjobs bei Universitätsstudenten gibt’s übrigens bei den Musikwissenschaftlern mit 86 Prozent. Maschinenbaustudenten an Fachhochschulen arbeiten sogar zu 92 Prozent. Gemittelt über alle Fächer arbeiten zwei Drittel der Studierenden nebenher. Ist das nun gut oder schlecht?

„Erstmal ist das eine Realität“, sagt Stefan Grob vom DSW. Ein Drittel aller Studierenden mit Nebenjob sage, es ginge finanziell nicht ohne. „Das ist natürlich schlecht“, so Grob. Studien zeigten, dass jede Stunde Nebenjob circa 1,5 Stunden für das Studium koste. Er warnt deshalb davor, zu viel zu machen. „Das kostet sonst Zeit und Energie für das Studium. Außerdem verlieren Sie ab 20 Stunden Nebenerwerb den Studentenstatus“, warnt er. Gut am Nebenjob sei hingegen, dass die künftigen Akademiker während des Studiums Praxis lernten und vielleicht auch schon Kontakte knüpfen könnten. „Wir empfehlen daher möglichst berufsnahe Nebenjobs“, so der DSW-Experte. Früher sei die Haltung da anders gewesen. „In andere Bereiche hineinschnuppern“, „die Welt kennenlernen“ habe das Motto geheißen. Aber die Erfahrung spreche eher dafür, sich etwas zu suchen, von dem man später profitiere. „Taxifahren und das berühmte Kellnern bringen nix“, so Grob.

Dann lieber eine Nebentätigkeit wie André Feldmann aus Hamburg, 10. Semester. Er macht etwa drei Dienste pro Monat in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Dabei wird er mit Medikamenten vertrauter, lernt Krankheitsbilder kennen und all die praktischen Dinge wie das Legen von Zugängen. „Eigentlich ist das hier wie eine Hausarztpraxis“, freut er sich über den Lerneffekt.

Einen Tipp, wie man trotz Nebenjob kein BAföG abgezogen bekommt, hat Alexandra Scherg, 6. Semester Hamburg: Sie erhält BAföG und arbeitet zwei Wochenenden pro Monat in einem ambulanten Palliativteam mit Ärzten und Pflegekräften. Zudem betreut sie einmal pro Woche sie einen schwerbehinderten Jungen für vier Stunden. Dafür bekommt sie eine Aufwandsentschädigung. „Das ist wichtig, denn diese Aufwandsentschädigung wird nicht als Einkommen gerechnet und ist deshalb auch nicht BAföG mindernd“, erläutert sie. Denn wer neben dem BAföG Einkünfte aus einem Nebenjob erhält, kann nur bis zu einem Bruttobetrag von etwa 400 Euro monatlich verdienen. Dr. med. Arne Hillienhof

So viel haben Studierende pro Monat

Das durchschnittliche studentische Budget in Deutschland beträgt 812 Euro. Die drei wichtigsten Quellen der Studienfinanzierung sind die Eltern, die Nebenerwerbstätigkeit und das BAföG. Das ergab die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) vom Sommer 2009.

87 Prozent der Studierenden werden danach von ihren Eltern unterstützt, und zwar mit 445 Euro im Monat. 66 Prozent der Studierenden jobben neben dem Studium und verdienen damit 323 Euro im Monat. 29 Prozent der Studierenden erhalten BAföG, im Schnitt 430 Euro im Monat. Übrigens verdienen Studierende in ihrem Nebenjob durchschnittlich zehn Euro pro Stunde.


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