Jetzt hat US-Präsident Barack Obama seine Ankündigung also in die Tat umgesetzt: Er hat eine Verordnung erlassen, die Forschung an embryonalen Stammzellen wieder staatlich zu fördern. „Jetzt liegt das Mittelalter endlich hinter uns“, jubelte der Leiter des Stammzelleninstituts in Kalifornien, Robert Klein.
Doch die Begeisterung wird sicherlich noch gedämpft werden, wenn sich herausstellt, dass der erhoffte Durchbruch gegen Parkinson, Diabetes und andere Krankheiten auf sich warten lässt. So hatte ja auch Obama selbst vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Ihm geht es wohl vielmehr darum, „die Wissenschaft vor der Politik zu schützen“, wie die „Washington Post“ titelte.
Es sei nicht Aufgabe der Politik, der Wissenschaft Vorschriften zu machen.
Bis die Wende in der Stammzellpolitik kann es außerdem noch Monate dauern. Schließlich muss das National Institute of Health erst noch die notwendigen Leitlinien formulieren. Und ob Obama sich letztendlich mit seiner Entscheidung nicht einen Bärendienst erwiesen hat, wird sich noch zeigen.
In einem derartig religiös geprägten Land wie den USA wird die Wende in der Stammzellpolitik sicherlich die Lager zwischen dem forschungsfreundlichen Lager und den Konservativen verhärten.
Von embryonaler Stammzellforschung bis Sterbehilfe – mit ethischen Themen vom Beginn bis zum Ende des Lebens werden Ärzte immer wieder konfrontiert. Gisela Klinkhammer, beim Deutschen Ärzteblatt zuständige Redakteurin für Medizinethik, setzt sich mit aktuellen Entwicklungen auseinander.

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