Auf der Tagesordnung des diesjährigen Deutschen Ärztetages geht es unter anderem auch um die Novellierung der (Muster-)Berufsordnung und dabei auch um einen für Ärzte überaus wichtigen Punkt – den Paragrafen 16 (Beistand für Sterbende).
Darin heißt es bisher: „Ärztinnen und Ärzte dürfen – unter Vorrang des Willens der Patientin oder des Patienten – auf lebensverlängernde Maßnahmen nur verzichten und sich auf die Linderung der Beschwerden beschränken, wenn ein Hinausschieben des unvermeidbaren Todes für die sterbende Person lediglich eine unzumutbare Verlängerung des Todes bedeuten würde. Ärztinnen und Ärzte dürfen das Leben der oder des Sterbenden nicht aktiv verkürzen.“
Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, regte im Zusammenhang mit der Neufassung der Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung an: „Ich bin dafür, dass wir das Berufsrecht so formulieren, dass Nachdenklichkeit bei Ärztinnen und Ärzten erzeugt wird, wie sie sich berufsrechtlich zu verhalten haben.“
Diese Neufassung und eine mögliche Änderung der Berufsordnung werden allerdings wohl zu intensiven Diskussionen auf dem Ärztetag führen. Bereits jetzt lehnen beispielsweise die Ärztekammer Hessen und die Ärztekammer Westfalen-Lippe eine ärztliche Beihilfe zum Suizid und auch die überarbeiteten Grundsätze deutlich ab.
Die hessischen Delegierten betonten, dass es ein entscheidender Unterschied sei, ob Ärztinnen und Ärzte Patienten am Ende des Lebens begleiten, wie es ihre Aufgabe sei, anstatt ihnen zu einem selbst herbeigeführten Tod zu verhelfen.
„Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht den ethischen Grundsätzen unseres Selbstverständnisses,“ sagte der Kammerpräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst.
Möglicherweise wird diese Ansicht auch von Delegierten des Deutschen Ärztetages geteilt werden. Schließlich hatten sich auch bei einer Umfrage im Auftrag der Bundesärztekammer 62 Prozent der befragten Ärzte gegen eine Legalisierung des ärztlich begleiteten Suizids ausgesprochen.
Von embryonaler Stammzellforschung bis Sterbehilfe – mit ethischen Themen vom Beginn bis zum Ende des Lebens werden Ärzte immer wieder konfrontiert. Gisela Klinkhammer, beim Deutschen Ärzteblatt zuständige Redakteurin für Medizinethik, setzt sich mit aktuellen Entwicklungen auseinander.
Kontrazeption: Spirale der Pille deutlich überlegen | 24.05.12 19:04 | Gesundheit
Das aussterbende Doppelzimmer | 22.05.12 18:18 | Vom Arztdasein in Amerika
Primärprävention: Statine für alle (über 50)? | 21.05.12 19:30 | Gesundheit
Warum eine persönliche „Genom-Analyse“ Unsinn ist | 18.05.12 16:22 | Gesundheit
Traum in Magenta | 18.05.12 00:52 | Dr. McCoy
Hohe Patientenzufriedenheit in USA | Baehre | 24.05.12 12:23 | Vom Arztdasein in Amerika
Der Verwaltung die Arbeit erleichtern .... | Thelber | 23.05.12 23:35 | Dr. McCoy
Tja, dafür muss ein Arzt her !! | Thelber | 23.05.12 22:49 | Vom Arztdasein in Amerika
"why markets don´t work in the healthcare" | Klempner | 21.05.12 13:47 | Vom Arztdasein in Amerika
Bitte um differenzierte Betrachtung | Baehre | 20.05.12 14:50 | Vom Arztdasein in Amerika
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.