Für wenige Wochen werde ich an einem großen deutschen Krankenhaus hospitieren. An meinem US-Krankenhaus kann man eine einmonatige Rotation gelegentlich aufteilen und einen Teil im Ausland absolvieren: Das tue ich derzeit.
Schon meine Rückreise und erster Tag zurück in deutscher Heimat war spannend: Ein anderes Lebensgefühl und Umgang miteinander in Deutschland, deutliche weniger Adipöse, mehr Fußgänger und öffentliche Verkehrsmittel, aber auch überraschend viele Menschen, die eine Sprache sprechen, die ich nicht verstand (siehe “Sprachlicher Integrationszwang”, http://www.aerzteblatt.de/blog/49609/). Auch fanden erste Kontakte mit jungen Menschen statt, die mich im wohl neuen Dialekt “Kiezdeutsch” ansprachen (http://www.kiezdeutsch.de/); ich verstand sie problemlos und dachte sogleich an das US-Englische “Ebonics” und siezte für sie überraschend zurück.
Gespannt bin ich auf die Hospitationswochen in der Inneren Medizin. Werde ich einen Unterschied feststellen können? Falls in den nächsten Wochen solche Erlebnisberichte erscheinen und dafür weniger Berichte aus den USA, dann sei das hiermit erklärt.
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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