Weniger Beachtung wird vielen Oberflächen geschenkt, die häufig berührt werden, ohne dass dies sichtbare Spuren hinterlässt. Dazu gehören der Schalter der Nachttischlampe, vor allem aber die TV-Fernbedienung. Hier fanden Mikrobiologen der Universität Houston in systematischen Tests in US-Hotels die höchste Konzentration von Bakterien, die man allgemein nicht an den Fingern vermutet, die dort aber häufig anzutreffen sind.
Die Fernbedienungen gehörten zu den am stärksten mit Fäkalbakterien verschmutzten Gegenständen. Am hygienischsten waren dagegen das Kopfteil des Bettes, die Vorhänge und – das wird viele überraschen – der Türknauf zur Toilette. Er gehört eben zu den Gegenständen, auf die die Reinigungskräfte achten.
Leider verwenden Reinigungskräfte gerne feuchte Lappen oder Schwämme, die zwischendurch nicht gereinigt werden und in denen die Mikrobiologen ebenfalls hohe Keimkonzentrationen fanden. Die Untersuchung ist keineswegs banal. Immer wieder kommt es in Hotelanlagen und ihren schwimmenden Varianten zu Ausbrüchen von Norovirus oder anderen Darmerregern, die über Händekontrakte übertragen werden. Die mikrobiologisch unkorrekte Reinigung könnte durchaus die Ausbreitung der Keime begünstigen. Die ungereinigte Besenkammer könnte in solchen Fällen der sicherste Aufenthaltsort für Hotelgäste sein.
Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skuril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbegen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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