Alles Klagen über klebrige Unterarme, durchschwitze Hemden, nachlassende Konzentration und Schläfrigkeit sind zwecklos. Büroarbeit ist auch bei Innentemperaturen von mehr als 30 Grad möglich. Das hat jetzt eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ergeben. In einem Versuchsgebäude des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik hatten im vorletzten Sommer 20 Probanden bei Temperaturen bis 32° Celsius probegeschwitzt. Dabei kam es zu den normalen physiologischen Reaktionen: Hauttemperatur und Herzfrequenz stiegen leicht an, die Probanden wurden durstig und sie begannen zu schwitzen.
Auch die Bereitschaft sich anzustrengen nahm mit steigender Temperatur ab, berichtet Runa Hellwig von der Hochschule Augsburg: Die Probanden fühlten sich erschöpft und schläfrig. Doch bei den Tests zu Konzentration, numerischem und verbalem Denken konnten die Forscher keinen deutlichen Leistungsabfall erkennen. Auch bei Temperaturen über 30° Celsius ist fehlerfreies Arbeiten möglich.
Eine Verschärfung der Arbeitsstättenregel Raumtemperatur (ASR A3.5) ist deshalb nicht ins Sicht. Diese verpflichtet den Arbeitgeber erst ab 30 °C zwingend zu Gegenmaßnahmen, wobei in der Studie die Lockerung der Bekleidungsregeln und die Bereitstellung von geeigneten Getränken (z. B. Trinkwasser) die größte Wirkung erzielten. Hitzefrei gibt es nach der ASR A3.5 erst, wenn die Innentemperatur 35° Celsius überschreitet.
Gesundheit! Das Internet ist voll von medizinischen Ratschlägen. Viele sind gut gemeint. Manche sind skuril. Nicht alle halten, was sie versprechen. Hinter manchen vermeintlich harmlosen Tipps verbegen sich materielle Interessen. Unser Autor rme recherchiert, was evidenzbasiert ist und was nicht.

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