In den USA traut man sich Dinge direkt und offen anzusprechen. Sowohl die staatsaffinen Demokraten als auch die wirtschaftsliberalen Republikaner haben viele gute Argumente, und es macht Spaß, ihre Debatten mitzuverfolgen. Im Rahmen einer – von den Demokraten sehr gut geführten – Debatte fiel kürzlich das Argument, dass das staatliche Gesundheitswesen Medicare, das eine Krankenversicherung für alle US-Bürger ab dem 65. Lebensjahr darstellt und somit gewährleistet, dass beinahe jeder Mensch im Seniorenalter in den USA staatlich krankenversichert ist, ein ökonomisches Schneeballsystem sei: Jedes Jahr müsse aufgrund der Demografie ein immer größerer finanzielle Aufwand gezahlt werden, um die versprochenen Gesundheitskosten den Nutznießern gewährleisten zu können. In diesem Zusammenhang fielen Zahlen aus folgendem Artikel: http://www.american.com/archive/2011/october/is-medicare-a-ponzi-scheme
Hieraus geht hervor, dass für jeden eingezahlten Dollar jeder ältere US-Amerikaner etwa das Fünf- bis Sechsfache in Form von Gesundheitsleistungen ausbezahlt bekommt. Kann das wirklich sein? Das würde bei einer eingezahlten Summe von knapp $100.000 einer ausbezahlten von $500.000 entsprechen, also 400% Rendite im Laufe von 30 Jahren. Wie trägt sich solch ein System? Wie lange noch?
Sollten diese Statistiken wahr sein, dann kann ich gut nachvollziehen, warum die Republikaner panisch werden beim Gedanken an einer Ausweitung der staatlichen Krankenversicherung. Denn nur mit einer drastischen Steuererhöhung wird das in den USA möglich sein – doch wer will schon mehr Steuern zahlen?
In Europa brechen die Länderbudgets zusammen, und ein Land nach dem anderen schlüpft unter den Eurorettungsschirm, aber auch in den USA sind die Finanzen nicht gerade rosig.
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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