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Blutungsfreie Beschneidung

Mittwoch, 15. August 2012

Während hier in Talkshows religiöse Grundrechte oder juristische Einwände gegeneinander abgewogen werden, hält eine US-Firma eine praktikable Lösung parat: Prepex ermöglicht eine blutungsfreie Zirkumzision. Es handelt sich ganz einfach um einen Plastikring, der auf der Außenseite eine Nut hat. Das Präputium wird über den Ring geschoben. Danach wird ein straffer Gummiring über der Nut platziert. Er unterbindet die Blutversorgung ins Präputium und nach etwa einer Woche lässt sich dieses ohne Blutung entfernen.

Man darf annehmen, dass diese langsame Zirkumzision weder die rituelle Beschneidung ersetzen wird (weil der Eventcharakter des Rituals fehlt), noch die jurististischen Vorbehalte löst (denn am Ende bleibt es doch eine Handlung ohne Einwilligung eines mündigen Patienten). Dazu wurde Prepex auch nicht entwickelt. Der Hersteller, der in den USA im Januar 2012 eine Zulassung erhalten hat, möchte PrePex in Afrika als Methode zur HIV-Prophylaxe vermarkten.

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Die US-Regierung unterstützt dies insofern, als der Emergency Plan for AIDS Relief des US-Präsidenten beschlossen hat, demnächst eine Studie an 2500 Männern in mehreren Staaten Afrikas durchzuführen. Ohne religiöse Beschneider, ohne Anwälte und übrigens auch ohne Ärzte. Denn ein Vorteil von Prepex ist, dass die Infektionsrisiken wegen der fehlenden Blutung gering sind.

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Dr. Helmut Müller
am Donnerstag, 16. August 2012, 19:11

Im Westen nix Neues

Dieses Verfahren gab es bereits Ende der 70èr Jahre unter dem Namen "Plasti-Bell". Auch hier wurde eine Plastik-Glocke unter das Präputium eingebracht und die überstehende Vorhaut mit einem Faden eingeschnürt. Sollte dann auch nach 4 bis 5 Tagen von selbst abfallen; leider passierte gerade dies oft nicht, so dass zusätzliche Maßnahmen (meist in Narkose) erforderlich wurden. Außerdem kam es in dieser Abschnürungsphase aufgrund der Gewebsnekrosen zu einer sehr unangenehmen Geruchsentwicklung, die von vielen Eltern beklagt wurde. Insofern ist Prepex nur ein Aufguss alter, meist problematischer Verfahrensweisen

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