Es gibt eine staatlich bezahlte Krankenversicherung in den USA – Medicare für die US-Senioren jenseits der 65 Lebensjahre und den behinderten US-Amerikanern und Medicaid für die armen US-Amerikaner, unabhängig von ihrem Alter. Das ist mittlerweile einem Groβteil meiner Blog-Leser bekannt. Hierbei sollte erwähnt werden, dass Medicare-Patienten von fast jedem Arzt in den USA angenommen werden, Medicaid-Patienten aber aufgrund der deutlich schlechteren Vergütung des Medicaid-Systems, die oft bei nur 30% der Medicare-Sätze liegt, nur von einer Minderheit der Ärzte. Somit gibt es längere Wartezeiten für Medicaid-Patienten. Viele haben gar keinen Hausarzt und werden durch die Notaufnahmen und die staatlich subventionierten ambulanten Kliniken versorgt.
Das Gesetz
„Bezahlbare Krankenversorgung” („ACA”), auch bekannt als „Obamacare”, versucht
nun auf kluge, beinahe schon listige Art und Weise Medicaid-Patienten eine
hausärztliche Versorgung zukommen zu lassen: Sie erhöht die Medicaid-Vergütung
in den Jahren 2013 und 2014 auf das Niveau der Medicare-Vergütung und lässt
offen, ob im Jahr 2015 die Vergütungen wieder auf das 2012-Niveau abgesenkt
wird oder auf einem höheren Niveau belassen wird. Die Hoffnung ist seitens der Politik ist, dass viele Hausärzte Medicaid-Patienten in ihre Praxis
aufnehmen und sie dann unabhängig von der im Jahr 2015 bestehenden
Vergütungssituaion weiterhin in ihrer Praxis behalten und versorgen. Bisher
haben viele Hausärzte dieses Angebot noch nicht angenommen, aber das Jahr ist noch jung.
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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