Trotz meines vollen Dienst- und Arbeitsplanes habe ich die Zeit gefunden, Flugstunden zu nehmen. Es ist nicht ganz billig. An einem der kleinen Floridaflughäfen fliege ich nun ein- bis zweimal die Woche eine kleine Cessna mit meiner Fluglehrerin und ganz in Fahrschulmanier gibt es holprige Starts und nicht immer saubere Manöver. Aber ich lebe ja noch, und die Floridalandschaft mit ihren vielen Seen, Flüssen, Buchten, Stränden, subtropischer Vegetation ist aus der Vogelperspektive atemraubend schön.
Was mich weiterhin sehr beeindruckt ist die Tatsache, wieviele Ärzte vor Ort dem Flugsport nachgehen. Der Neurochirurg fliegt genauso ein Flugzeug wie der Allgemeinarzt, der Kardiologe oder der Orthopäde; wie ich mittlerweile weiβ, besitzen viele Ärzte sogar ihre eigenen Flugzeuge, seien es Zwei-, Vier- oder Achtsitzer, Propeller- oder Düsenmaschinen. Einer der Kardiologen setzt seine beiden Flugzeuge sogar von der Steuer ab, weil er eine Praxis in einer kleinen Stadt 60 Meilen entfernt hat und ihm zufolge dort immer hin fliegt. Ob das juristisch ganz sauber ist überlasse ich ihm.
Man muss festhalten: Der Arzt in den USA arbeitet sehr viel, hat aber auch eindeutig seine Privilegien.
Das Staatsexamen wurde 2007 abgelegt, und nicht nur die Frage der Fachrichtung, sondern auch die des Arbeitsortes musste beantwortet werden. Nachdem das Assistenzarztdasein in Frankreich und Deutschland ausprobiert wurde, ging es nach Minneapolis im Jahr 2009. Es schreibt Petrulus über seine Ausbildung zum Internisten (sowie der Zeit danach) und über die Alltäglichkeiten, aber auch Skurrilität eines Arztlebens in USA.

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