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Precrime: Hirnscan sagt Rückfälligkeit von Straftätern voraus

Donnerstag, 28. März 2013

Im Science-Fiction-Film Minority Report (Spielberg 2002) ist die Polizei der Hauptstadt Washington noch auf die hellseherischen Fähigkeiten von drei „Precogs“ angewiesen, um Morde vorherzusagen und potenzielle Täter vorsorglich zu inhaftieren. Im wirklichen Leben könnte diese Aufgabe einem Kernspintomographen übertragen werden, der vor der Entlassung die Persönlichkeit der Delinquenten überprüft.

US-Forscher haben nämlich festgestellt, dass die Rückfallquote von der Aktivität im anterioren cingulären Cortex (ACC) abhängt. In diesem Abschnitt des präfrontalen Cortex sind übergeordnete kognitive Fähigkeiten beheimatet, die Hirnforscher als exekutive Funktionen bezeichnen. Für die Untersuchungen mit der funktionellen Kernspintomopraphie wurden 96 männliche Gefängnisinsassen eine Reihe von Aufgaben gestellt, die eine schnelle Entscheidung forderten.

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Normalerweise führt dies zu einer vermehrten Aktitivität im ACC. Eine fehlende Aktivität deutet auf eine gewissen Skrupellosigkeit in den kortikalen Entscheidungsstrukturen hin, die die Probanden denn auch nach der Entlassung häufiger mit den Gesetz in Konflikt brachten. Männer mit der niedrigsten ACC-Aktivierung wurden in den folgenden 4 Jahren 2,6-fach häufiger als anderer inhaftiert. Das Risiko auf kleinere nicht-gewalttätige Delikte war sogar um den Faktor 4,3 erhöht.

Die Ergebnisse waren signifikant und sie zeigen, dass Störungen der Hirnfunktion durchaus kriminelles Verhalten erklären können. Eine exakte Vorhersage ermöglichen sie natürlich nicht, denn letztlich bleibt es die freie Willensentscheidung des Täters ein Delikt zu begehen oder nicht. Auch im Minority Report ist das Projekt Precrime (dem Drehbuch nach in letzter Sekunde) gescheitert, da im entscheidenden Moment der vermutliche Täter die Waffe gegen sich selbst richtete.

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