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am Freitag, 8. August 2008 um 22:36
 

Arbeiten als Leiharzt - eine Alternative?

Wie ich von einigen Kollegen aus dem Krankenhaus erfahren habe, wird -gerade jetzt in der Urlaubszeit- gezwungenermaßen immer häufiger auf Leihärzte für die stationäre Versorgung zurückgegriffen.

Ich habe mich diesbezüglich soeben ein bischen im Internet umgeschaut und bin dabei z.B. auf die Seite hireadoctor.de gestossen.

Dort werden folgende Honorare angegeben (Richtwerte):

Ärztin oder Arzt ohne Gebietsbezeichnung: € 45-55 pro Stunde.
Ärztin oder Arzt mit Gebietsbezeichnung: € 55-75 pro Stunde.
Ärztin oder Arzt mit Gebietsbezeichnung in Leitungsposition: ab € 75 pro Stunde

Die Stundenlöhne sind grob überschlagen ca. doppelt so hoch wie bei einer regulären Vollzeitstelle und somit durchaus attraktiv.

Wer von Euch hat schon einmal als Leiharzt gearbeitet? Wie sind Eure Erfahrungen?

Für Eure Antworten schon jetzt besten Dank!
am Donnerstag, 14. August 2008 um 09:04
 

geht so

in einigen Fächern, z.B. Anästhesie (nach dem NEF dem klassichen "Söldnerfach") sind die Stundensätze für FÄ ohne Agenturvemittlung eigentlich nie unter 70/h. Für Nachtdienste gibt es dann nochmal 40-50/h drauf. Oftmals sind noch goodies wie freies Essen oder Unterkunft drin. Vorteil: man bleibt fit und beweglich. Vorteil: man ist selbstständig (der BMW läuft eben auf die Firma). Vorteil: nie die Frage: Weihnachten oder Neujahr) Nachteil: 70/h plus Dienste macht bei 6 Diensten/ Monat (was einen nicht juckt, da man oft eben ohnehin weg von der familie ist): 14000/Monat.

Die Nachteile erscliessen sich selbst: Geld gibts ur für Arbeit, nicht für Feiertage, Urlaub, WB.

Wer in dieser Situation arbeitenund leben will, für den ist es toll.Mit Familie empfiehlt sich aber ein sicheres Einkommen.
am Samstag, 16. August 2008 um 13:46
 

Lohn auf Handwerkerniveau

Wer selbständig arbeitet, hat deutlich höhere Abgaben:
-man zahlt AG+AN-Anteil an die Ärzteversorgung
-dasselbe gilt für die Krankenkasse und (evt. mögl. wenn man zuvor arbeitslos war) für die Arbeitslosenversicheng
-eigene Berufshaftpflicht, Berufsrechtsschutz usw.
-eigene Beiträge an die Unfallversicherung

Bezahlung für Feiertage, Urlaub, Fortbildung, Krankheit usw. gibt es nicht.

Insofern bleiben von den 55 EUR/h für Fachärzte deutlich weniger übrig. Die Frage ist noch, inwiefern Unkosten (Fahrtkosten, ggf. Übernachtungen usw.) mitbezahlt werden.

Im Endeffekt muss man die 55EUR/h als Facharzt mit den oft auch 50 EUR/h, die ein z.B. selbständiger Handwerker verlangt, in Relation setzen. Letzterer berechnet dann aber noch Fahrtkosten (und nat. Materialkosten) etc.
In D ist das Ganze also nur begrenzt lohnenswert.

Im Ausland dagegen sieht es bisweilen anders aus. Manchen chirurgischen Fachärzten werden 70.000 NOK/Woche geboten + Flug, Zimmer usw.

Grüsse,
Norddoc
am Montag, 18. August 2008 um 22:31
 

hast du tips?

Ich bin Facharzt fuer Orthopädie und Unfallchirurgie und habe meine Spezialisierung in Schweden erlangt. Derzeit reizt mich der Gedanke selbständig als Stafett zu arbeiten. In Schweden habe ich ein gutes Angebot, aber Norwegen wuerde mich reizen- auch des Geldes wegen. Welche Agentur wäre denn vor meinem Hintergrund vielversprechend?
Hälsningar
am Sonntag, 31. August 2008 um 18:08
 

Mache das seit 2003

Hallo!

Ich arbeite seit 2003 ausschließlich gegen Honorar an Kliniken und im Bereich der Notfallmedizin (Bin FA für Anästhesie). Obwohl die deutschen Stundenvergütungen noch weit hinter denen im Ausland entfernt liegen, explodiert derzeit der "Markt" und stetig klettert das "Gehalt". Es ist wie immer: Angebot & Nachfrage. Überall werden erfahrene Leute gesucht und die Kliniken können - verständlicherweise - kaum noch jemanden mit "...BAT OST" und "...alle Schulen am Ort, sowie kostengünstiges Essen in unserer Cafeteria..." o.ä. attraktiven Dingen in die Dauerstellung locken. Nachteil der Tätigkeit ist sicher die u.U. häufige und weite Abwesenheit vom Zuhause und die nicht immer exakte Planbarkeit der Job- und Einkommenssituation von Monat zu Monat.

Wenn Sie mehr wissen wollen: http://www.bv-honoraraerzte.de und im Dezember gibt es ein Seminar in Potsdam (siehe Anzeigenteil des Ärzteblatts und gerade genannte Webadresse in den nächsten Tagen & Wochen!) zum Thema: "Wie werde ich Honorararzt?"

Mein Fazit: Habe meine Entscheidung nie bereuht, bin nicht reich geworden ABER letztendlich viel zufriedener und entspannter durch eine große Portion Unabhängigkeit! - N.Schäfer, Potsdam
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Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte

Ärzteschaft im Umbruch: Die Ausbeutung der Arbeitskraft und die Überlastung insbesondere junger Ärztinnen und Ärzte hat das Deutsche Ärzteblatt in mehreren Beiträgen thematisiert. Auch auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen war es ein zentrales Thema. Der Druck dürfe nicht weiter von oben nach unten weitergereicht werden, hieß es. Dieses Forum soll den Ärzten als Plattform für den persönlichen Erfahrungsaustausch dienen. Wir bitten, dabei auf persönliche Verunglimpfungen und insbesondere auf Namensnennungen zu verzichten. Die Redaktion behält sich vor, derartige Beiträge zu entfernen

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