Krankenhäuser helfen sich bei Engpässen mit Leihärzten Von Ulrike Böhm-Heffels am 8. November 2008 07:14 Uhr DORTMUND Eine neue Spezies von Leiharbeitern macht sich breit. Dort, wo wir sie am allerwenigsten vermuten würden: in Krankenhäusern. Ihre Vermittler sind so genannte Notarztbörsen. Das Schreckgespenst vom Ärztemangel lässt grüßen - auch vom Klinikum. Jüngst gab‘s, wie berichtet, Engpässe in der Anästhesie am Klinikum. Mit 80 Arztstellen ist diese Abteilung die Mediziner-stärkste an Dortmunds größtem Krankenhaus. Sechs Stellen waren zuletzt nicht besetzt, seit 1. November sind‘s noch fünf und bis zum Jahreswechsel keine mehr.
Jörg Kühn, Pressesprecher Klinikum Foto: Archiv Deutschlandweit ebbt der Nachschub an Anästhesisten ab, so dass etliche Kliniken auf freie ärztliche Mitarbeiter (im Fachjargon Freelancer) angewiesen sind. Preiswert sind sie nicht. Allein das akut klamme Klinikum gab in diesem Jahr schon 150 000 Euro für ärztliche Leiharbeit aus.
Damit ließen sich auch zwei Vollkräfte finanzieren. Klinikum-Sprecher Jörg Kühn meint aber, ausgefallene Operationen kosteten auf die Dauer mehr. Zur Erinnerung: 104 OP sind 2008 am Klinikum im Vergleich zu 2007 ausgefallen, doch bis Jahresende soll die Zahl mehr als wett gemacht werden.
Manfred Fiedler, Arbeitsdirektor Klinikum Foto: Archiv Begehrlichkeiten der "Freien"
Arbeitsdirektor Manfred Fiedler kennt die Begehrlichkeiten von freien Ärzten: „Zum Teil erheben sie Forderungen von 100 Euro in der Stunde. Das kommt für uns nicht in Frage. Wir können unsere eigenen Leute nicht vergraulen.“
Mit ärztlichen „Leiharbeitern“, die im wesentlichen zur Absicherung der Bereitschaftsdienste eingesetzt werden, versorgen sich auch andere Dortmunder Krankenhäuser. Drucke
Viele Nachwuchsforscher in der Medizin verlassen Deutschland, um dauerhaft in den USA oder in Großbritannien tätig zu werden. Im Gegensatz zu Deutschland könne man dort als Arzt klinische Tätigkeit und Wissenschaft miteinander in
Einklang bringen. Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen für medizinische Forschung in Deutschland? Ist in den USA und in Großbritannien wirklich alles besser? Mit welchen Maßnahmen könnte der Forschungsstandort Deutschland an Attraktivität gewinnen?