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am Dienstag, 2. März 2010 um 20:48
 

Österreich wiederholt deutsche Fehler

Hallo,

nachdem sich in Österreich ja eine respektable Zahl deutscher FÄ eingenistet hat, ist zu beobachten, das die "lästigen" Turnusärzte (=etwa AiP) zunehmend vergrault werden. Diese fangen dann in D an (direkt, ohne Turnus) und bleiben dann ggf. in D.
Und die jetzigen dt. FÄ in Österreich sind in 20 Jahren alle im Pensionsalter. Und wo stecken dann die ehemaligen vergraulten Turnusärzte? Als gesetzte FÄ in D.
Zu bemerken ist, das relativ 7 Ösi-Turnusärzte an der Uniklinik für XYZ-Medizin in ABC recht viel sind, im Vergleich der D-AT Arzt- und Absolventenzahlen.
am Mittwoch, 7. Juli 2010 um 18:11
 

jawoll....

der Ärztemangel fängt auch in Österreich an: Neurochirurgie Wien: 5 haben die Walzerstadt gen Piefkeland verlassen, auch an den anderen NCh sind Plätze frei....Anästhesie wird insbesondere in den Klopper-Malocher-Häusern der Wintersportregionen im Winter stellenweise ein Problem, auch universitäre Anästhesien haben deutlichen Mangel an FÄ - Jungspunde gibts genug........Eine beachtliche Zahl von deutschen Deutsche verlassen das Gastland wegen mittlerweile akzeptabler Löhne In D-Schland, der hohen Steuer und Abgabenlast und auch wegen der latent unfreundlichen Stimmung (wird derzeit durch die Fußball-WM etwas gemildert....)
am Donnerstag, 8. Juli 2010 um 14:17
 

vielleicht am besten bei sich selbst anfangen?

ich will ja nicht kleinlich sein, gehe das risiko aber jetzt mal ein, so tituliert zu werden.
es gibt KEINEN EINZIGEN deutschen in österreich, der mit dem hier so geliebten ausdruck "piefke" auch nur im entferntesten etwas positives verbindet. (und ich glaube auch nicht, viele österreicher...) bestenfalls hört man darüber hinweg und geht nicht darauf ein. aber ca. jedes 10. mal muss man sich dann einfach wehren... sorry, das ist so - wenn man verstanden hat, wie und in welchem zusammenhang meine österreichischen freunde (ich meine das jetzt ehrlich nicht ironisch - ich liebe als deutscher dieses land und habe auf dem land in niederösterreich die liebsten und tollsten kollegen, ausnahmslos "ur-nierderösterreicher gefunden. und von denen hat mich bisher noch keiner je so genannt!)
also von wegen "latenter unfreundlichkeit" - am besten bei sich selbst in vorbildfunktion anfangen! nichts für ungut.
und nochmals: ich liebe es, hier zu wohnen (in wien, arbeit in nö) und kann mir derzeit eine rückkehr nach d nicht vorstellen - die arbeitsathmosphäre ist bei uns sehr schön und kollegial - ich denke, generell ist es hier etwas gemütlicher und entspannter als in d - wenn man sich nun auf verallgemeinerungen einlassen will... (bin allerdings auch als oberarzt tätig, vielleicht trübt da meine sicht der dinge die verhältnisse auch, keine ahnung...)
liebe grüsse
jandie
am Donnerstag, 8. Juli 2010 um 15:01
 

okay,

leben in der Großstadt und arbeiten in NÖ - da passt es gut zusammen. Kosmopolitisch abends, ruhig am Tag. da kommt fast ein wenig Neid auf, bei mir ist nämlich andersrum. Und es gibt Landeshauptstädte, da tun sich selbst auswärtige Österreicher schwer mit der Integration ... es ist nicht ganz einfach - wir sind reichlich durch Europa gekommen - mal ich , mal meine Frau als Starter mit einem neuen Job. Und überall hatten wir schnell Freunde. Die besuchen uns jetzt hier regelmäßig und umgekehrt (dem Flughafen, besonders im Winter sei Dank - - so bleibt wenigsten ein wenig Soziallleben....Tatsache ist aber auch, das sich das Gehaltsgefälle deutlich gemindert hat. Und die Neben- und Lebenshaltungskosten sind hier in AT halt immer noch höher als in D, von Abgaben ganz zu schweigen (an meiner Sonderklasse knabbert neben der Steuer auch noch die selbsständigenversicherung für Krankenkasse- blöd eben.) Und wer in einem Ö-Groß-KH arbeitet oder in einem der Wintersportorte (Schwarzach z.B.) hat eine Maloche, die nur marginal besser ist als derzeit in vielen Häusern in D. Und dazu kommt eben, dass auch der Ärztemangel hier anfängt. 50 Turnusärzte nach D - das tut mehr mehr weh, als derzeit zugegeben wird. Freie Stellen allerorten, die Honorarärzte gibt es auch noch nicht so doll.....

Es bleibt: ich könnte derzeit - im Gegensatz zu vor 5 Jahren - keinem den Gang nach AT empfehlen.....
am Freitag, 9. Juli 2010 um 10:03
geändert am 09.07.2010 10:10:25
 

Erstaunt

stelle ich als Exil-Ösi fest, dass mein Heimatland tatsächlich noch Gesprächsstoff für deutsche KollegInnen darzustellen vermag. Ich bin vor 5 Jahren weg, weil die FA-Ausbildung (3 Jahre Turnus plus Wartezeit von >2 Jahren plus FA-Ausbildung von 6 Jahren) ohne Vitamin B (in Ö überlebenswichtig) mindestens 11 Jahre dauert, das FA-Gehalt deutlich UNTER deutschem Assistenzarzt-Gehalt und die Hierarchie im Hochmittelalter liegt. Ein österreichischer Turnusarzt kann nach dem Abschluß seiner Ausbildung weniger als z.B. ein schwedischer/ dänischer/ norwegischer Kollege am Anfang seiner Ausbildung, weil er nichts tun darf und daher auch nichts lernt.
Ich habe vor 2 Jahren aus Herzensgründen einen Schnuppertag an einer wiener Klinik verbracht und dachte, ich bin bei versteckter Kamera!
Die Oberärzte warteten für jede Entscheidung darauf, an den Lippen des abgehobenen Primars hängen zu dürfen und bei der Visite durften die Assistenten gerade mal den "Kurvenwagen" schieben und eintragen, was der Oberarzt ihnen diktierte. Wenn die dann selbst ihren Facharzt haben, entspricht ihr Fachwissen natürlich auch ihrer Ausbildung. Da kann ich die Sehnsucht der Primarärzte nach deutschen Fachärzten gut verstehen, denn diese arbeiten seit dem ersten Ausbildungstag großteils selbstständig.

Dann müssen Oberärzte auch noch abhängig vom "Spital" durchaus bis zu 6 Dienste (und mehr) pro Monat schieben.
Ich gelte jetzt sicher als Nestbeschmutzer, aber wer in Österreich als Klinikarzt arbeitet, dem ist nicht zu helfen!
Ausbildungsstellen werden zu Gunsten von Facharztstellen gestrichen, da werden lieber blauäugige deutsche KollegInnen ins Land gekarrt und mit Scharm geblendet
Wer sich jedoch als „Wahlarzt aller Kassen“ privat niederlassen möchte, den kann ich gut verstehen. Da braucht man aber erst mal ein gutes finanzielles Polster.
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Österreich

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