Berlin - Mehr Flexibilität und weniger Bürokratie in den Kliniken hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) gefordert. Krankenhäuser müssten ihre Leistungen rund um die Uhr zur Verfügung stellen. Die konkrete Arbeitsbelastung sei kaum vorhersehbar. Gleichzeitig könnten jederzeit erhebliche Auslastungsschwankungen bis hin zu Notfallsituationen eintreten, erklärte DKG-Präsident Dr. Rudolf Kösters am 23. Januar.
„Starre Arbeitszeitregelungen sind für den Krankenhaussektor denkbar ungeeignet. Sie beeinträchtigen die optimale Abstimmung der Behandlungsabläufe und gefährden letztlich die Leistungsfähigkeit der Patientenversorgung“, so Kösters. Er forderte, die deutsche beziehungsweise europäische Arbeitszeitgesetzgebung müsse von einer täglichen Höchstarbeitszeit abweichen und großzügige Zeitausgleichsmöglichkeiten gewähren. Krankenhausärzte seien hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Sie arbeiteten „wissensbasiert, selbst bestimmt und in stetiger Verantwortung gegenüber den ihnen anvertrauten Patienten“.
Daneben nähmen sie Aufgaben in Forschung und Lehre wahr. Den so tätigen Ärzten gesetzlich einen Acht-Stunden-Tag vorzuschreiben, sei „geradezu absurd und international ohne Beispiel“, erklärte der DKG-Präsident. „Krankenhausärzte verbringen mittlerweile im Durchschnitt drei Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit mit Dokumentationstätigkeiten. Dieser gewaltige Anteil ist eine maßgebliche Quelle zeitlicher Belastung und hoher Frustration“, kritisierte Kösters. /hil
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