Djakarta - Internationale Hilfsorganisationen beobachten mit wachsender Sorge die steigende Zahl der Polio-Erkrankungen in Indonesien. Laut Meldungen westlicher Nachrichtenagenturen sind am Wochenende in dem Inselstaat „mindestens drei neue Polio-Erkrankungen“ gemeldet worden. Damit hat die Zahl 300 Krankheitsfälle überstiegen. Indonesische Ärzte verlangen von den Gesundheitsbehörden mehr Unterstützung im Kampf gegen die Krankheit.
| Indonesien legt ein Impfprogramm gegen Polio auf /dpa |
Bei den drei neuen Krankheitsfällen handelt es sich jeweils um Kinder unter fünf Jahren. Wie das Gesundheitsministerium in Djakarta ankündigte, werde deshalb in dieser Woche mit einem nationalen Impfprogramm für Kinder fortgefahren, dessen Ziel es sei, „mindestens 24 Millionen Kinder jünger als fünf Jahre“ gegen Polio zu impfen.
Das internationale Kinderhilfswerk UNICEF unterstützt die Aktion. Das Programm läuft in drei Phasen ab. Nach einer ersten Impfungswelle in dieser Woche sollen laut Gesundheitsministerium im Februar und im April zwei weitere Aktionen organisiert werden.
Polio trat erstmals im März 2005 wieder in Indonesien auf, nachdem man zehn Jahre lang glaubte, die Krankheit sei ausgerottet worden. Indonesische Ärzte wiesen am Montag darauf hin, dass es innerhalb der moslemischen Bevölkerung mitunter Vorbehalte gegenüber „westlichen“ Impfstoffen gebe. „Das Misstrauen ist groß“, wurde ein Arzt aus einem Vorort von Djakarta zitiert. /KT
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