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Britische Studie stellt Fehlernährung in staatlichen Krankenhäusern fest

Donnerstag, 23. Februar 2006

London - Jeder vierte Krankenhauspatient in Großbritannien leidet laut einer neuen Untersuchung unter Fehl- beziehungsweise Unterernährung. Bei den über 65-jährigen Patienten steigt der Anteil der Fehl- oder Unterernährten sogar auf 60 Prozent. Britische Ärzteverbände sowie Patientenorganisationen bezeichneten die Zahlen als eine „nationale Schande“.

Wie Experten der Universität Southampton feststellten, werden die Patienten in vielen Krankenhäusern des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) nicht ausreichend ernährt. „Krankenhausmahlzeiten haben oftmals nicht genug Kalorien und Nährstoffe“, stellte dazu Dr. Mike Stroud von der Universität Southampton fest. „Für die Genesung ist es wichtig, dass Patienten richtig ernährt werden.“ Der Wissenschaftler verlangt von Gesundheitsministerin Patricia Hewitt entsprechende Gegenmaßnahmen.

Nach Ansicht des National Institute of Clinical Excellence (NICE) sollten alle Gesundheitsverwaltungen im Königreich unverzüglich überprüfen, ob die servierten Mahlzeiten ernährungsphysiologisch ausreichend sind. Neuen NICE-Richtlinien zufolge haben Klinikärzte die Pflicht, die Gründe für unerklärlichen Gewichtsverlust bei Patienten zu untersuchen. NICE ist ein von der Londoner Regierung unabhängiges Qualitätssicherungsinstitut, das regelmäßig Therapieempfehlungen gibt. 

Ein Sprecher des Londoner Gesundheitsministeriums kündigte eine Prüfung der Situation an. Gesundheitsministerin Hewitt sagte vor Journalisten, das Ministerium habe NICE um Ernährungs-Richtlinien für Krankenhauspatienten gebeten. /KT

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