Berlin - Die Tuberkulose ist in Deutschland weiter auf dem Rückzug: Im Jahr 2004 hat das Robert Koch-Institut (RKI) 6.583 Tuberkulose-Erkrankungen registriert, im Vorjahr starben 7166 Tuberkulose-Patienten (3,7 Prozent) an den Folgen der Infektionskrankheit. An der offenen Form der Lungentuberkulose, die ein Infektionsrisiko für die unmittelbare Umgebung darstellt, litten 3.707 Menschen.
Das RKI warnte jedoch davor, die Tuberkulose zu unterschätzen. „Die Gesundheitsämter müssen ausreichend finanziert werden, um jeden einzelnen Tuberkulose-Fall von der Diagnosestellung und dem Therapiebeginn bis zum Abschluss der Behandlung zu begleiten und durch rasche Umgebungsuntersuchungen mögliche weitere Fälle rechtzeitig zu finden“, betonte Prof. Dr. Reinhard Kurth, Präsident des RKI, im Vorfeld des Welttuberkulosetags am 24. März. „Am meisten gefährdet sind die sozial Schwächeren“, erklärte Robert Loddenkemper von der Lungenklinik Heckeshorn, Berlin, und Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK).
Auch eine HIV-Infektion sei ein Risikofaktor, weil das durch HIV geschwächte Immunsystem den Tuberkulose-Bakterien kaum etwas entgegenzusetzen habe. Außerdem spiele die Resistenzsituation eine wichtige Rolle in der Tuberkulose-Kontrolle. Die vorliegenden Daten zeigten eine Zunahme resistenter Erreger. So sei der Anteil von Erregern, die gegen mindestens eines der fünf Standardmedikamente resistent seien, von 11,1 Prozent im Jahr 2001 auf 13,9 Prozent im Jahr 2004 angestiegen. Auch der Anteil von multiresistenten Erregern (gleichzeitige Resistenz gegenüber Isoniazid und Rifampicin) sei mit 2,5 Prozent gegenüber den Vorjahren (2003: 2,1 Prozent; 2002: 2,0 Prozent) weiter gestiegen.
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