Bonn/Berlin - Die Versorgungsstrukturen und -prozesse zur Versorgung von Patienten mit Krebs zu verändern, hat die die Deutsche Krebshilfe im Vorfeld des 27. Deutschen Krebskongresses gefordert. Der Kongress findet vom 22. bis 27. März in Berlin statt. „Wir brauchen mehr Kommunikation und mehr Transparenz im Gesundheitssystem“, forderte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Prof. Dr. Dagmar Schipanski. Nur so sei unter den derzeitigen Bedingungen eine Weiterentwicklung der Krebs-Medizin möglich.
„Krebs wird immer häufiger“, so Schipanski. 420.000 Neuerkrankungen jedes Jahr seien eine große Herausforderung. Krebs habe sich dank der Forschungserfolge von einer stets tödlichen zu einer meist chronischen Krankheit entwickelt. Die Hälfte aller Krebspatienten könne heute geheilt werden. Die andere Hälfte der Betroffenen lebe oft viele Jahre mit der Krankheit. Der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Michael Bamberg, geht jedoch davon aus, dass Krebs in etwa zehn Jahren die Todesursache Nummer eins vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein wird.
Nach Schätzungen von Experten leben rund fünf Millionen Menschen in Deutschland, die eine Krebserkrankung hatten oder haben. „Um Krebspatienten optimal zu versorgen, sind eine fachübergreifende ärztliche Kooperation sowie eine enge Verzahnung der ambulanten und stationären Betreuung notwendig“, erklärte Schipanski. Auch Kongresspräsident Werner Hohenberger hält Onkologische Zentren für notwendig, die flächendeckend als regionale Anlaufstellen eine qualitativ hochwertige Versorgung der Krebspatienten sicherstellen.
In diesen Einrichtungen könnten sich alle Fachbereiche konsultieren. „Zudem brauchen wir endlich ein bundesweites klinischen Krebsregister“, fügte der Mediziner hinzu. Rund 8.000 Experten wollen während des Krebs-Kongresses über die neuesten Erkenntnisse bei der Vorbeugung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen diskutieren. /hil/ddp
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