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Irland: Staatliche Altenpflege in der Kritik

Freitag, 2. Juni 2006

Dublin - Irische Ärzte verlangen vom Gesundheitsministerium eine Verbesserung der Altenpflege und geriatrischen Versorgung innerhalb des staatlichen Gesundheitswesens. Damit reagierte die Ärzteschaft auf einen Report des „National Council on Ageing and Older People“, der in Irland für Schlagzeilen gesorgt hatte. Demnach werden Senioren in privaten Alten- und Pflegeheimen „deutlich kompetenter“ versorgt als Patienten in staatlichen Einrichtungen.

Wie die Gutachter feststellten, fehlt es in den staatlichen irischen Alten- und Pflegeheimen oftmals sowohl am nötigen Personal, als auch an der für eine optimale Versorgung erforderlichen Ausstattung. Das treffe vornehmlich auf die sanitären Einrichtungen wie Badezimmer zu. In Zahlen: Während in staatlichen Pflegeheimen durchschnittlich nur jeder vierte Patient sein eigenes Badezimmer hat, ist es in den vergleichbaren privaten Einrichtungen jeder zweite Patient. 

Die geriatrische Versorgung durch Fachärzte und Krankenschwestern ist in den privaten Einrichtungen laut der Untersuchung ebenfalls deutlich besser als in staatlichen. Auch hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werde, argumentiert der irische Ärztebund (Irish Medical Organisation, IMO). Die IMO verlangt die Ausbildung von zusätzlichen Geriatern sowie die Einstellung von mehreren hundert Pflegekräften für die staatlichen Heime. Irische Patientenverbände schlossen sich den Forderungen an. Sie wiesen darauf hin, dass es nicht zuletzt wegen der demographischen Entwicklungen „unabdingbar“ sei, mehr Ressourcen in die geriatrische Fachversorgung zu investieren. /KT

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